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"Niemals mit halbem Herzen"

"Eine Spur des Segens gelegt": Verabschiedung von Pn. Ursula Schmidt-Lensch
"Niemals mit halbem Herzen"
Zum Aufblühen: Rose als Geschenk

Norden, 21. Januar `19 - Sie hatten sich alle versammelt, um ihrer scheidenden Pastorin ein herzliches Dankeschön zu sagen, ihr alles Gute mit auf den Weg zu geben und einen gesegneten Neuanfang zu wünschen: Mitglieder der Gemeinde, der Posaunenchor, der Andreas-Chor, Kollegen und auch Freunde und Familie. Gut 200 Gemeindeglieder kamen in der Andreaskirche in Norden zusammen, um Pastorin Ursula Schmidt-Lensch zu verabschieden. Dass es so viele waren, lag sicher auch daran, dass Pastorin Schmidt-Lensch diejenige ist, die 15 Jahre lang und damit am längsten in der Gemeinde tätig war. Die Andreas-Gemeinde Norden besteht seit 1996. „Sie haben eine Spur des Segens gelegt – eine Spur, auf der andere jetzt gut und gern weitergehen können“, würdigte Superintendent Dr. Helmut Kirschstein das Wirken der Pastorin.

Pastorin Ursula Schmidt-Lensch stellte in den Mittelpunkt ihrer Predigt den Segen. Ein Grund dafür: „Es war ein Segen für uns vor 15 Jahren“, als sie und ihr Mann, Pastor Marten Lensch, eineinhalb Stellen im Kirchenkreis Norden, in den Kirchengemeinden Norddeich und Norden-Andreas erhielten. „Endlich eineinhalb Stellen und ohne zeitliche Begrenzung“, erinnerte sie in ihrer Predigt. Zwar habe es sich im Laufe der Zeit nicht immer wie ein Segen angefühlt, ihr manche schlaflose Nacht gebracht, aber sie erinnerte auch an die vielen guten Zeiten mit Taufen, Konfirmationen, Kindern und Gruppen, die sie begleiten durfte, lieben Mitarbeitern und Freunden: „Euch alle nehme ich im Herzen mit.“ Sie sei sehr dankbar für alles: „Und das alles soll unter dem Segen Gottes stehen.“

Superintendent Dr. Helmut Kirschstein betonte, dass Pastorin Ursula Schmidt-Lensch während ihrer Zeit „ganz eigene Akzente“ habe setzen können. Während des Eignungsgespräches im Januar 2006 habe er, so Kirschstein, geurteilt, dass Ursula Schmidt-Lensch „kompetent, engagiert und menschenfreundlich ist“. An dieser Einschätzung von damals habe sich nichts geändert. Die Arbeit mit Kindern und deren Eltern habe Ursula Schmidt-Lensch besonders gelegen. Sie habe einen „Kükengottesdienst“ eingerichtet, den Kindergarten „durch manches Auf und Ab vor allem religionspädagogisch begleitet“ und zuletzt das Taizé-Gebet erfolgreich ins Leben gerufen. Auch gehörten die intensive Begleitung der Menschen, das persönliche Gespräch und die Seelsorge zu ihrer Arbeit. Zwar habe sie eine halbe Stelle gehabt, aber diese „niemals nur mit halbem Herzen versehen“.

Kirschstein: „Mit Sicherheit haben Sie mehr Zeit investiert, als das rechnerisch denkbar sein sollte – viel mehr Zeit.“ Manches Mal sei die Arbeit „bis an die Grenzen der Überforderung gegangen“, bisweilen wohl gar darüber hinaus. „Es gab eine Phase, da mussten Sie dem Rechnung tragen.“ Aber in der ihr „typischen Zähigkeit“ habe sie sich da durchgearbeitet.

Ihre inzwischen sechsköpfige Familie sei immer ihr großes Glück gewesen und auch ihr Segen: „Sie haben ausführlich über den Segen gepredigt – ich glaube fest, dass Sie, liebe Ursula Schmidt-Lensch, Segen zurücklassen.“ Dankbar und in der Gewissheit, dass Ursula Schmidt-Lensch nicht allein in der Norder Andreasgemeinde vieles zum Blühen gebracht habe, schenkte er ihr zum Abschied vom Kirchenkreis Norden eine Stammrose: „Angesichts dieser Rose werden Sie unweigerlich an Norden zurückdenken.“

Pastorin Ursula Schmidt-Lensch zieht mit Mann Marten und den Kindern nach Diepholz. Der Kirchenkreistag der Grafschaft Diepholz wählte Marten Lensch zum Superintendent. Am 1. Februar beginnt er dort seine Tätigkeit. Pastorin Schmidt-Lensch wird auf eigenen Wunsch zunächst ein Jahr Elternzeit ausüben.

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