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"Der Hunger ist zurück" - aber Hilfe kommt an

Corona-Hilfe in Uganda: Norder Rotarier unterstützen die Gossner Mission
"Der Hunger ist zurück" - aber Hilfe kommt an
Auf Abstand, gemeinsam: Rotary, Gossner

Norden, 9. Mai `20 - Seit zehn Jahren gibt es die Partnerschaft zwischen dem evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Norden und zwei Diözesen der anglikanischen Church of Uganda. Seitdem setzt der Freundeskreis Uganda sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen im Norden des ostafrikanischen Landes ein. „Die Not dort ist einfach groß“, beschreibt Dr. Helmut Kirschstein, Superintendent der evangelisch-lutherischen Kirche Norden, die Situation vor Ort. Er selbst war schon häufiger in Uganda, regelmäßig gibt es einen Austausch. Seit einigen Jahren arbeitet der Freundeskreis auch mit der Gossner Mission aus Berlin zusammen. Sie ist neben Indien, Nepal und Sambia seit 2016 auch offiziell in Uganda aktiv, gemeinsam mit dem Bündnis aus Norden.

Die Corona-Krise trifft das afrikanische Land hart, auch wenn das Virus sich dort erst langsam ausbreitet. „Die Menschen müssen mit denselben Regeln leben wie wir“, erklärt Kirschstein. Gottesdienste finden nicht mehr statt, Schulen sind geschlossen, Märkte bleiben zu. Für viele Menschen bedeutet das, dass sie nichts mehr verdienen. „Sie haben Angst“, sagt der Superintendent. Uganda ist ein vom Krieg gebeuteltes Land. Jahrzehntelang wurde gekämpft, rund 90 Prozent der Menschen gelten als traumatisiert. Nach jahrelangem Wiederaufbau birgt jetzt die Krise große Gefahren. „In Uganda gab es keinen Hunger mehr, jetzt ist er zurückgekehrt“, zeigt sich Kirschstein besorgt.

Der Rotary Club Norden hat sich deshalb entschlossen, zu helfen. Volker Cammans ist Leiter der Conerus-Schule und Rotarier. Er kennt das Land aus eigener Erfahrung. Um den Aufbau einer Berufsschule zu unterstützen, war er bereits vor Ort und hat sich dort, als Mitglied des Frudneskreises Uganda, auch von der Arbeit der Gossner Mission überzeugt. „Das Ausschlaggebende war die Präsenz vor Ort, wir kennen die Ansprechpartner und wissen, dass das Geld auch ankommt“, erklärt er. Über den Freundeskreis Uganda hat er von der Not im Land erfahren und sich an den Präsidenten der Norder Rotarier, Wolfgang Völz, gewandt. „In einer Videokonferenz haben unsere Mitglieder sich einstimmig für die Spende ausgesprochen“, erinnert er sich. 1000 Euro fließen nun in die Corona-Hilfe der Gossner Mission für Uganda.

Insgesamt hat der Rotary Club Norden damit in den vergangenen Wochen rund 10.000 Euro für Corona-Maßnahmen gespendet, beispielsweise an die Norder Tafel. „Wir helfen aber nicht nur vor Ort“, betont Völz. „Auch internationale Projekte werden von uns unterstützt.“ So wie in diesem Fall.

Durch die Spende der Norder Rotarier steigen die Soforthilfemittel der Gossner Mission auf 75.000 Euro an. Der größte Teil fließt nach Ostafrika. Jeweils 9.000 Euro gehen an die zwei Partner-Diözesen des Kirchenkreises, 3.000 Euro sind für eine Mädchenschule in Kitgum gedacht. „Mit dem Geld sollen Lebensmittel, Schutzanzüge und Desinfektionsmittel gekauft werden“, erklärt Dr. Helmut Kirschstein. Und das ist in Uganda nicht so einfach. Die Infrastruktur ist marode, die Armut groß. „Einige Kinder haben sich aus Lumpen einen Mundschutz gebastelt, weil es keine Schutzmasken gibt“, sagt der Superintendent. Mit der Spende soll sich das ändern. „Ich bin dem Rotary Club sehr dankbar“, bekräftigt Kirschstein und lobt das soziale Engagement der Rotarier. Er hofft, dass das Geld seinen Teil dazu beiträgt, dass die Ausbreitung des Coronavirus in Uganda zumindest verlangsamt wird, damit die Pandemie die ohnehin schon große Not nicht noch vergrößert.

Spenden an die Gossner Mission sind auf folgendes Konto möglich:

Gossner Mission: Evangelische Bank / IBAN: DE35 5206 0410 0003 9014 91 / „Corona-Hilfe“

 

Mit herzl. Dank an den OSTFRIESISCHEN KURIER (Text & Foto)

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