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Eine intensive Zeit der Auf- und Umbrüche

Pastorin Annette Lehmann feierlich aus Osteel und Leybucht verabschiedet
Eine intensive Zeit der Auf- und Umbrüche
Stimmungsvoll: Lichterkirche

Osteel, 8. Januar `17 – Bis auf den letzten Platz besetzt waren die Bankreihen in der Osteeler Warnfriedkirche, als Pastorin Annette Lehmann am Sonntag aus dem Gemeindedienst verabschiedet wurde. Im Rahmen des schon traditionellen „Lichtergottesdienstes“ begleiteten drei Gemeindechöre die letzte Veranstaltung der Seelsorgerin, die als theologische Assistentin an die Universität Greifswald wechselt. Auch zahlreiche Kolleginnen und Kollegen waren gekommen. Zur feierlichen Gestaltung trugen die drei in Osteel beheimateten Lektoren bei. Die liturgische Entlassung nahm Superintendent Dr. Helmut Kirschstein vor.

Im Schein beider Weihnachtsbäume und zahlreicher „echter“ Kerzen auf Leuchtern und in den Bänken verbreitete der prallvolle Gottesdienst weihnachtliches Flair. Beide Posaunenchöre der unter einem Pfarramt verbundenen Gemeinden Osteel und Leybucht spielten festlich auf, der Gitarrenchor „Carpe diem“ überraschte mit dem frommen plattdeutschen Lied „Ok för di“ (auf die Melodie des Beatles-Hits „Let it be“), und der engagiert auftretende Chor „Jubilate Deo“ schlug den großen Bogen vom vierstimmigen weihnachtlichen Choral bis zum englischsprachigen Abschiedslied.

Tatsächlich bestimmte der Abschied von Pastorin Annette Lehmann – aller fröhlichen Feierlichkeit zum Trotz – doch den gesamten Gottesdienst. Vertreter beider Kirchenvorstände trugen Lesung und Abkündigungen vor, die drei Lektoren Anneke Dehne, Siebelt Rabenstein und Ina Maaßen-Tjaden sprachen das berührende Schlussgebet.

Die scheidende Pastorin stellte in ihrer Predigt zur Jahreslosung 2017 (Gott spricht: „Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch“) einen kurzen Rückblick auf ihre Zeit in Osteel und Leybucht voran. Sie hob die vielen gewachsenen Beziehungen hervor: Das „neue Herz“, das Gott uns Menschen schenken wolle, schlage schon in all jenen, die sich zur Krippe des neugeborenen Heilands stellten. Gemeinsam habe man in vielen Gottesdiensten und Gemeinde-Veranstaltungen den versprochenen „neuen Geist“ gespürt. In diesem Geist bleibe man auch in Zukunft über alle Distanzen hinweg verbunden.

Ausführlich würdigte Superintendent Dr. Kirschstein den Einsatz von Annette Lehmann in den zahlreichen „Auf- und Umbrüchen“ ihrer Amtszeit. Die bloße Zahl der Jahre sage nichts über die tatsächliche Intensität des Geschehens aus. Er erinnerte an den Beginn der Pastorin als „Springerin“ im Kirchenkreis Emden, der zum Zeitpunkt ihrer Einführung aber bereits ohne Superintendent dastand. So nahmen der noch-stellvertretende Emder und der noch-nicht-zuständige Norder Superintendent im Herbst 2012 den gottesdienstlichen Akt vor. Die Ergänzung des Kirchenkreises Norden durch das Brookmerland führte auch dazu, dass Leybucht ganz neu mit Osteel verbunden wurde – eine weitere Herausforderung für die Ortspastorin. Der Superintendent sprach in diesem Zusammenhang von einer „Doppelbelastung“, die „nie zuvor“ ein Osteeler Pastor tragen musste. Dennoch habe Annette Lehmann von Anfang an über die eigenen Gemeindegrenzen hinausgeschaut, Verantwortung im Kirchenkreisvorstand und auch für den neuen Verband der Kindertagesstätten übernommen. Besonders würdigte der Superintendent den Einsatz der scheidenden Pastorin in der Uganda-Partnerschaft und für die Gossner Mission.

Den Abschieds-Segen sprachen schließlich die drei Lektoren und der Superintendent der knieenden Pastorin zu, umgeben vom Halbkreis der Kirchenvorstände aus Osteel und Leybucht. Nach diesem bewegenden Moment unterstrich kräftiger Applaus die Beliebtheit Annette Lehmanns, die am Ausgang von zahlreichen Gemeindegliedern herzlich umarmt und mit persönlichen Worten verabschiedet wurde.

Sehr persönlich ging es dann auch beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus zu: Die Lektoren, die pastoralen Kollegen des Brookmerlands, ein Vertreter des Kirchenkreisvorstands, die Leiterin der Osteeler Kindertagesstätte sowie weitere kirchliche Wegbegleiter nahmen mit kleinen Geschenken Abschied. Auch wenn vieles humorvoll gesagt wurde – manch einer konnte die Abschiedstränen wohl nur schwer vermeiden.

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