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Bibelfliesen-Finissage: " Miniaturen der Liebe Gottes"

Kirchenkreis ehrt Pastor Kurt Perrey für sein "Lebenswerk Bibelfliesen"
Bibelfliesen-Finissage: " Miniaturen der Liebe Gottes"
Herzlich: Ehrung für´s Lebenswerk

Norddeich, 24. August `18 - Mit einer „Finissage“ ging das dreifache Jubiläum feierlich zu Ende: Die 100. Bibelfliesenausstellung wurde ebenso gewürdigt, wie das 15-jährige Wirken des Norder Bibelfliesen-Teams (NBT) und die vor 10 Jahren erfolgte Herausgabe der bundesweit beachteten „Fliesenbibel“. Eine besondere Ehrung bildete den Schlusspunkt: Unter starkem Beifall der zahlreichen Gäste überreichte Superintendent Dr. Helmut Kirschstein Bibelfliesen-Pastor Kurt Perrey eine Ehrenurkunde für sein „Lebenswerk Bibelfliesen“.

Für den feierlichen Rahmen sorgte die musikalische Gestaltung: Kirchenkreis-Kantorin Agnes Luchterhandt (Orgel) hatte mit Immo Friedhoff (Querflöte) und Cedric Janssen (Sopran- und Tenorblockflöte) zwei junge Preisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ gewonnen, die sich über lebhaften Applaus freuen konnten. Kirschstein selbst, der auch durch das abwechslungsreiche Programm in der Norder „Arche“ führte, hatte zunächst seine persönliche Verbundenheit mit dem besonderen Kulturgut dargelegt. Er bezog sich auf das Vorwort zur Fliesenbibel, in dem er anhand biblischer Beispiele Gottes Vorliebe herausstellte: „Gott liebt das Kleine. Und er öffnet uns die Augen für die Miniaturen seiner Liebe.“ Das könne das „filigrane Wunderwerk eines Blattes“ ebenso sein, wie „eine großartige biblische Szene auf einer kleinen friesischen Bilderfliese“. Exemplarisch führte der Superintendent vier Motive aus den bisher 18 Bänden der Reihe Bibelfliesen-Bilder meditativ vor Augen.

Den Mittelpunkt des zweistündigen Festaktes bildete ein Vortrag von Prof. em. Dr. Gottfried Adam (Hannover). Er entwickelte zunächst das Verständnis von Bildern bei Martin Luther. Der Reformator, der bekanntlich das Wort hoch eingeschätzt habe, sei gleichwohl ein großer Freund bildhafter Darstellungen gewesen. In einer Osterpredigt behauptet Luther, wir könnten „nichts ohne Bilder denken und verstehen“. Seine Wertschätzung der Bilder habe im Laufe des Lebens sogar noch zugenommen. Insbesondere betont Luther den Wert der Bilder für die Kommunikation des Evangeliums. Bei den Bibelfliesen gehöre Wort und Bild eng zusammen. Als „Bildsymbol gewordenes Wort Gottes“ (Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr) seien Bibelfliesen besonders „starke“ Bilder, die als „Bilder mit Anspruch“ das besondere Potential hätten, religiös „für wahr“ genommen zu werden. Beeindruckend das Zeugnis einer Frau aus Emsdetten, die als Kind ständig die Bibelfliesenwand im Gasthof ihrer Eltern vor Augen hatte: „Es lässt einen nie mehr los, man hat den Sinn der Texte viel stärker verinnerlicht, weil man die Szene sofort vor Augen hat.“

Pastor i.R. Kurt Perrey nutzte den Abend, um das dreifache Jubiläum anhand charakteristischer Ereignisse noch einmal mit Leben zu erfüllen. Von ersten Zeitungsberichten über skurrile Ausstellungsorte (etwa in einer Friedhofskapelle) und sonderbaren Begegnungen (da sollte das angereiste Team schon mal Küster und Pastor vertreten) über die zweiseitige Präsentation des Projekts in der Frankfurter Allgemeinen Sonntags-Zeitung bis zu Ausstellungen bei Deutschen Evangelischen Kirchentagen und zum Ringen um die Veröffentlichung der ersten „Fliesenbibel“ reichte die bebilderte Dokumentation, deren Fotos nun schon historischen Charakter annehmen. Auf seine ungezählten Vorträge, Workshops und gottesdienstlichen „Fliesenpredigten“ mochte Perrey nur kurz hinweisen.

Umso deutlicher ehrte Superintendent Dr. Helmut Kirschstein das kulturelle wie bibel-missionarische Wirken des Geistlichen. Auf der Ehrenurkunde, deren Text er zu Gehör brachte, heißt es: Seit der Vorbereitung auf das EKD-weite `Jahr mit der Bibel´ 2003 hat Kurt Perrey im Auftrag des Kirchenkreises Norden und als Leiter eines engagierten Teams das Kirchenkreis-Projekt „Bibelfliesen“ mit unermüdlichem Einsatz und auf unvergleichliche Weise inspiriert, motiviert und realisiert. Dafür danken wir ihm von ganzem Herzen.“ Der Geehrte nahm die überraschende Würdigung gerührt entgegen – zusammen mit einem bunten Blumenstrauß, an dem sich auch seine Frau Elfi freuen mochte: Sie hat das Projekt von Anfang an tatkräftig unterstützt. Dass Perrey als Motor der Bibelfliesen-Initiative zahlreiche Mitstreiter hatte, wurde auch anhand der langen Dankes-Liste deutlich, die der Superintendent vor den Anwesenden verlas.

Den Schlusspunkt setzte der gemeinsam gesungene Choral „Nun danket alle Gott“, zu dem sich die Gäste erhoben: Ehre, wem Ehre gebührt.

 

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