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Appell an die Verantwortung jedes Einzelnen

Dynamischer Gottesdienst zur Visitation in Leezdorf - Gegen Rassismus und Terror
Appell an die Verantwortung jedes Einzelnen
Mitreißend: Posaunenchor Osteel-Leezdorf

Leezdorf, 1. März `20 – Mehr Brass-Ensemble als klassischer Posaunenchor: Mit mitreißender Dynamik eröffneten acht Bläserinnen und Bläser den Gottesdienst zur Visitation in Leezdorf. Unter der Leitung von Gerold Roolfs durchzogen frische Melodien die Emmaus-Kirche. Wohl vertraut gab sich das bewährte Orgelspiel von Werner Tolma. Außergewöhnlich wiederum die Mitwirkung einer dreiköpfigen Akkordeongruppe, die Leonhard Cohens berühmtes „Hallelujah“ einspielte. Zu den Besonderheiten passte die so tiefsinnige wie aufrüttelnde Predigt von Pastor Peter Riesebeck.

Riesebeck, der als Geistlicher in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum in Leezdorf begehen wird, nutzte sein gutes Standing in Dorf und Gemeinde zu einem flammenden Appell an die Verantwortung jedes Einzelnen. Seine Auslegung der berühmten „Sündenfallgeschichte“ stellte klar, dass „wir alle Adam und Eva sind“, das urtypisch erzählte Abwälzen der Schuld auf andere wie das Ausweichen vor der Verantwortung also auch unsre eigene Versuchung sei. Es gebe aber keine Freiheit ohne Verantwortung. Heute sei es deshalb angesagt, „gegen Rassismus und den Terror von Rechts“ aufzustehen. Wörtlich wandte er sich gegen die Meinungsmache der AfD und rief die Gläubigen zur Teilnahme an der bevorstehenden Demonstration in Norden auf.

In seiner Visitationsansprache unterstrich Superintendent Dr. Helmut Kirschstein die Bedeutung von Kirche und christlicher Gemeinde angesichts von Hass-Mails und Wut-Ausbrüchen, Fake-News und Verleumdungen: Gerade jetzt sei die Ausstrahlung von Güte und Barmherzigkeit „unendlich wichtig“. Die Kirche sei ein Bollwerk „beim Kampf um Menschenwürde und um ein menschenfreundliches Klima“. Dazu wolle die Visitation beitragen, indem sie Christen Mut mache und der Kirchengemeinde Gottes Wertschätzung weitergebe.

Im Anschluss an den Gottesdienst, der sicherlich eine höhere Beteiligung verdient gehabt hätte, versammelte sich die Gemeinde zur Teetafel im angrenzenden Gemeinderaum – der war allerdings bis auf den letzten Platz gefüllt.

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