Sie sind hier: Aktuelles

Ein Segen für Gemeinde, "Kirche im Tourismus", Juist

Pastorin Elisabeth Tobaben nach 17 Jahren im Inselpfarramt verabschiedet
Ein Segen für Gemeinde, "Kirche im Tourismus", Juist
Kompetent, kreativ, engagiert...

Juist, 3. November `19 - In der evangelischen Inselkirche Juist war der Gottesdienst an diesem Sonntag ein ganz besonderer, was man schon an der ungewöhnliche Uhrzeit (17:00 Uhr statt 10:00 Uhr) bemerken konnte. Nach 17jähriger Tätigkeit als Pastorin auf Juist wurde Elisabeth Tobaben verabschiedet und von ihren Diensten entpflichtet. Eigentlich hätte sie längst in den Ruhestand gehen können, aber gleich zweimal bekam sie die von ihr gewünschte Verlängerung als Seelsorgerin auf Juist bewilligt.

Das Gottesdienstteam, Kirchenvorstand, Inselkantorei und Kirchenbläser, alle waren zur Verabschiedung gekommen, für den Akt der Entpflichtung war auch Superintendent Dr. Helmut Kirschstein vom Kirchenkreis Norden zur Insel gereist. Unter den Gottesdienstbesuchern befand sich auch Pastor Achim Kunze, der vor 17 Jahren das Amt an Elisabeth Tobaben abgegeben hatte, nachdem er zuvor elf Jahre auf Juist tätig war.

Nachdem die scheidende Inselpastorin ihren letzten Gottesdienst abgehalten hatte wie immer - im Predigtext ging es dabei um das Buch Genesis 8, also das Thema Sintflut und die Person Noah - übernahm Superintendent Kirschstein am Ende das Zepter. Er verlas zuerst die Urkunde von Landesbischof Ralf Meister, wonach die bisherige Inselpastorin Ende Oktober offiziell vom Dienst entpflichtet ist.

Dem folgten viele persönliche Worte, wobei Kirschstein aus einem älteren Visitationsbericht zitierte, welcher – würde es eine Note geben – eine Eins mit Sternchen für Tobaben gegeben hätte. Sie habe sehr viel über ihre eigentlichen Aufgaben hinaus gemacht, ob es die Ausrichtung der Erntedankfeste, die redaktionelle Erstellung des gemeinsamen Gemeindebriefes beider Kirchengemeinden, die Gitarrenkurse, die Mitwirkung bei den Kirchenbläsern mit Querflöte oder Basstuba oder auch ihre anspruchsvollen theologischen Vorträge waren. „Wir haben ihre Arbeit sehr geschätzt, sie war ein Segen für die Kirchengemeinde, für die `Kirche im Tourismus´ und für Juist“, schloss der Superintendent seinen Rückblick auf das Wirken von Elisabeth Tobaben.

Groß war auch die Reihe von Ansprachen und musikalischen Darbietungen beim anschließenden Empfang im Terrassensaal. Inka Extra und Dirk Weeken vom Kirchenvorstand freuten sich in ihrem Grußwort besonders darüber, dass die scheidende Inselpastorin nur vom Pfarramt ins Gemeindehaus umzieht und weiterhin auf der Insel leben und wirken wird. Schwester Dr. Michaela Wachendorfer von der katholischen Kirchengemeinde lobte die gute und unkomplizierte Zusammenarbeit mit Tobaben, die sie schon länger kennt als die Juister, denn beide waren 1995 in Göttingen im selben Bereich tätig.

Inselbürgermeister Dr. Tjark Goerges ging noch mal auf zahlreiche Besonderheiten ein, so Konzerte im Pfarrgarten, Strandtaufen oder die Verlegung des Erntedankfestes vom Kurplatz in den Bereich zwischen Pfarramt, Gemeindehaus und Inselkirche. Ein besonders Zitat von Elisabeth Tobaben sei ihm im Gedächnis hängen geblieben: „Der Sozialneid untereinander ist hier viel zu groß, die Insulaner sollten sich selbst mehr Ruhe gönnen.“

„Ordeer, ordeer“ mit diesen Worten begann Kantor Stephan Reiß im Namen der Mitarbeiter seine sehr humorige Laudatio auf die scheidende Inselpastorin. Dabei bezog er sich darauf, dass der Parlamentspräsident des britischen House of Commons, John Bercow, am selben Tag ausschied wie die Inselpastorin und zog einige Vergleiche: „Beides Insulaner, die es nicht einfach hatten und sich durchschlagen mussten.“

Weitere Gruß- und Dankesworte sprachen Jan Doyen-Waldecker vom Shanty-Chor, Dieter Brübach von der Juist-Stiftung, Pastorin Antje Wachtmann, Referentin für Kirche im Tourismus. Gedichte gab es von Gisela „Gisi“ Reuter und der 96jährigen Renate Nieter, Musik kam vom Shanty-Chor, der Gruppe „Inselwind“, von Uda und Guido und von Elisabeth Tobaben selbst, die mit Gitarre und dem selbst verfassten Lied „Ja, auf Juist ist alles anders“ die letzten 17 Jahre Revue passieren ließ.

Nachfolgerin und neue Inselpastorin wird Stefanie Lohmann, die am 1. Dezember um 17:00 Uhr in einem Gottesdienst in ihr neues Amt eingeführt und von Helmut Kirschstein verpflichtet wird. Für Vertretungspastoren wird die evangelische Inselkirche zudem bestens gerüstet werden, denn nicht nur Elisabeth Tobaben hat weiterhin Hilfe zugesagt, auch ihr Vorgänger Achim Kunze wird am 29. November in Hannover von seinen Diensten entpflichtet, und er will ebenfalls seinen Ruhestand auf Juist verbringen.

             Für TEXT und FOTO: herzlichen Dank an Stefan Erdmann (OSTFR. KURIER)

>> zurück zur Übersicht