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"Jesus is real": österliche Freude, grenzenlos

Vierköpfige Delegation aus Agung (Uganda) im Gottesdienst begrüßt
"Jesus is real": österliche Freude, grenzenlos
Österlich: Begegnung der fröhlichen Art

Norden, 8. April `18 - "He is the real, Jesus is real": so klang es am Sonntagmorgen fröhlich durch den altehrwürdigen Kirchenraum. Superintendent Dr. Helmut Kirschstein begrüßte vier Gäste aus dem nord-ugandischen Dorf Agung in der Ludgerikirche, und die Delegation trug gerne mit eigenen Liedern zum Gottesdienst bei. Gekommen waren auch etliche Mitglieder des "Freundeskreises Uganda", allen voran Karin Lienemann: Die Leiterin der Familienbildungsstätte / Kindergarten "Schneckenhaus" in Osteel unterhält unter dem Dach des Kirchenkreises eine besondere Partnerschaft zum Kindergarten Agung und zeichnet auch für das drei-wöchige Besuchsprogramm verantwortlich.

Alles begann schon 2011, als eine erste Delegation aus dem Norder Kirchenkreis beschloss, den Bau einer Kirche in Agung zu unterstützen. Hier waren vor über 100 Jahren die ersten Missionare im Land der Acholi angekommen - an diesem historischen Ort wünschten sich die Christen der ugandischen Partner-Diözese Gulu ein Gotteshaus für die wachsende Gemeinde. Zwei Jahre später stand die Kirche, jetzt wuchsen Pläne für die Errichtung eines Kindergartens: In enger Verbindung mit der GOSSNER MISSION (Berlin) und unter Bezuschussung durch staatliche deutsche Entwicklungshilfe wurde ein Gebäude samt Wasserversorgung, Spielplatz und Umzäunung gegen die wilden Tiere installiert. Miriam Aloyocen, die junge Leiterin, kam über ein GOSSNER-Projekt für 5 Wochen zum Praktikum nach Osteel - und steht seither in ständiger Verbindung mit dem dortigen Leitungsteam.

Die anderen drei Delegationsmitglieder sind zum ersten Mal in Deutschland (und überhaupt außerhalb Ugandas): Robert ist Miriams Ehemann und zugleich Pastor der anglikanischen All-Saints-Gemeinde Agung. Alex ist als Mitglied des Kirchenvorstands mit dabei, und Patrick vertritt die Jugend, für die er sonst auch im Parlament der Diözese sitzt.

Ein Grundgedanke des Treffens: weiter voneinander zu lernen. So werden Delegationsmitglieder auf einem Bauernhof mitarbeiten, Pastor Robert wird dem Osteeler Pastor Carsten Greite über die Schulter blicken, und natürlich bleiben diverse Besuche in Schulen und im Familienzentrum ein Schwerpunkt. Denn eine kirchliche Schule wäre nun auch noch sehr sinnvoll in Agung: Im neuen Kindergarten haben die Vorschüler nämlich gelernt, dass es auch ohne Schläge und übermäßigen Druck geht - in dieser Richtung sollten die Heranwachsenden weiter für´s Leben lernen. Dazu gehört auch, dass sich der Lebensstandard in dem abgelegenen Dorf heben muss, damit die Eltern ihrerseits zum Erhalt des Kindergartens und zur Bezahlung der Erzieherinnen beitragen können. Auch Fragen zur Verbesserung der Anbaumethoden und der Vermarktung einheimischer Erzeugnisse stehen also auf der Tagesordnung. Am Ende der Delegationsreise wird noch einmal darüber zu sprechen sein: Dann fahren die vier Ugander gemeinsam mit Norder Begleitung nach Berlin, um Gespräche mit den Experten der GOSSNER MISSION zu führen.

Ein Besuch für Leib und Seele also: Dass die ugandischen "Brüder und Schwestern", wie Dr. Kirschstein sie bewusst nannte, nach Jahrzehnten traumatisierender Kriege ohne ihren christlichen Glauben gar nicht leben können, stellte der Superintendent auch in seiner Predigt heraus: Anders, als das vermutlich vielen Menschen im "satten" Mitteleuropa geht, wissen die ugandischen Christen sehr wohl, warum ihnen die österliche Verbindung mit Jesus Christus so wichtig ist: Die gemeinsame Hoffnung macht sie stark - und verbindet die Menschen in Agung und Osteel, im Kirchenkreis Norden und in der Diözese Gulu: "Jesus is real" - eine Realität, die Mut macht.

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