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"Generations for Future": Demo des Miteinanders

"Keine zweite Erde im Kofferraum": Superintendent spricht als Schluss-Redner
"Generations for Future": Demo des Miteinanders
Die Kirche - nicht nur im Hintergrund...

Norden, 29. November `19 - Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht das Wasser vor der Tür.“ Mit diesen einleitenden Worten begrüßte Melanie Bartels als eine der Organisatorinnen der Norder Klimagruppe die Teilnehmer der Demonstration. Laut Veranstaltern sollen es bis zu 1.500 gewesen sein. Die Schätzungen der Polizei liegen bei rund 500 Teilnehmern. Vor der Kundgebung auf dem Norder Marktplatz zogen sie vom Fräuleinshof aus durch die Innenstadt. Sie trugen große Transparente, und immer wieder schlossen sich Passanten dem Protestzug an. Begleitet wurde die Demonstration von Musik und Gesang aus hunderten Kehlen. Sie alle waren gekommen, um gemeinsam gegen den Klimawandel und für mehr Klimaschutz zu demonstrieren.

Und auf das gemeinsame Anliegen machte auch Jakob Fischbach, Schülersprecher am Ulrichsgymnasium in Norden aufmerksam. „Es geht um unsere Zukunft, unser Engagement, alle zusammen“, sagte er in seiner Rede. Dann zeichnete er ein düsteres Zukunftsszenario. „Wir streben nach unbegrenztem Wachstum auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen“, erklärte er. Dann forderte er von den Demonstranten, bei sich selbst mit dem Klimaschutz anzufangen, beispielsweise indem sie mit dem Fahrrad zur Schule oder Arbeit fahren. Ausreden wie die, dass es nichts nütze, wenn nur in Deutschland etwas für den Klimaschutz getan werde, ließ er nicht gelten. „Wir müssen unsere Art zu leben ändern“, forderte er unter dem Beifall der Teilnehmer.

Superintendent Dr. Helmut Kirschstein war von der überparteilichen "Klimagruppe" eingeladen worden, die Schluss-Rede zu halten. Er zitierte die amerikanische Schauspielerin Jane Fonda. „Wir gehen mit dieser Erde um, als hätten wir noch eine zweite im Kofferraum.“ - Aber: „Wir haben eine Erde - oder keine Erde“, setzte er nach. Dann skizzierte er die zu erwartenden Veränderungen im Zuge des Klimawandels. „Einige Forscher prophezeien, dass Deutschlands Inseln in 30 Jahren regelmäßig untergehen“, sagte er und fragte dann: „Worauf warten wir noch?“ Er hob aber auch das Positive in der aktuellen Klimadebatte hervor: das Generationen übergreifende Engagement von immer mehr Menschen. Jeder Einzelne, jede Einzelne, die sich an einer solchen Demonstration beteiligten, seien ein „Zeichen der Hoffnung“. Vor allem dankte er den vielen jungen Leuten, die schon seit Monaten auf die Straße gehen, um ihrem Ärger Luft zu machen. Davon angespornt haben sich mittlerweile auch Ältere den Protesten angeschlossen. „Wir sind schon Viele“, bekräftigte Kirschstein und sprach von „Generations for Future“. Dann sandte er Appelle an alle politischen Parteien und mahnte vor allem Liberale, Christdemokraten und Konservative, sich der „Zukunftsbewegung“ anzuschließen. Er schloss mit den Worten: „Eine bedeutende Frau hat einmal gesagt: `Wir schaffen das.´ Und wo sie Recht hat – hat sie Recht.“

Es war bereits die zweite Demonstration für mehr Klimaschutz in Norden, und es soll auch nicht die letzte gewesen sein. Das haben die Veranstalter sich fest vorgenommen. Seit Ende Oktober sind sie erst aktiv und können mit dem gestrigen Protest einen Erfolg verbuchen. Damit wollen sie ein Signal nach Berlin und in die Welt senden. „Wir fordern die Regierung auf, die vereinbarten Klimaschutzziele zu erreichen“, sagte Melanie Bartels von der Norder Klimagruppe.

 

Unter dankbarer Verwendung eines Artikels im Ostfriesischen Kurier - Foto: Johann Taddigs

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