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"Sage nicht: Ich bin zu jung!"

Drei junge Frauen (18, 18, 22 Jahre alt) in Hage als Lektorinnen eingeführt
"Sage nicht: Ich bin zu jung!"
Ansgari-Altar, strahlende Gesichter

Hage, 3. Juni `18 - Mit 18 schon wie eine Pastorin auf der Kanzel? In der evangelischen Kirche ist das möglich. Und erwünscht! Und seit Sonntag auch in der St.Ansgarikirche in Hage Realität. In einem feierlichen Abendgottesdienst führte Superintendent Dr. Helmut Kirschstein drei junge Frauen in das Amt als Laienpredigerin ein: Lea-Marie Janssen (18), Wiebke Zimmermann (18) und Laura Götze (22) sind nach Abschluss ihrer Ausbildung "befähigt, das Wort Gottes in Gottesdiensten der ev.-luth. Kirche zu verkündigen". So heißt es in der Urkunde, die der Lektorenbeauftragte des Kirchenkreises, Pastor Marten Lensch (Norddeich), den drei Jugendlichen überreichte.

Marten Lensch ist zugleich Lektorenbeauftragter für den Sprengel Ostfriesland-Ems - und als solcher hatte er die Idee, einen Lektorenkurs "U 25" anzubieten. Tatsächlich nahmen 14 junge Leute "unter 25" daran teil, 5 davon allein aus dem Kirchenkreis Norden. Lea-Marie, Wiebke und Laura hatten sich gemeinsam dazu angemeldet. Gemeinsam sind sie auch in der sehr aktiven Jugendarbeit der Kirchengemeinde Hage engagiert. Seit ihrer eigenen Konfirmandenzeit gehören für alle Drei die Begleitung und Leitung von Konfirmanden- und Jugendfreizeiten dazu, aber auch die Mitarbeit im Kindergottesdienst-Team und bei Kinderbibeltagen. Auch übergemeindlich sind Lea-Marie, Wiebke und Laura im Kirchenkreisjugendkonvent aktiv.

Bewusst griff Superintendent Dr. Helmut Kirschstein in seiner Einführungs-Predigt auf die Berufung des Propheten Jeremia zurück. Der hatte sich nämlich geweigert, Gottes Auftrag zur Predigt wahrzunehmen - Begründung: Dafür bin ich zu jung! Ob sich die drei jugendlichen Lektorinnen manchmal wohl auch "zu jung" fühlen? Da gelte dann auch ihnen Gottes Zuspruch: "Sage nicht: Ich bin zu jung!" Tatsächlich gebe es ja viele Gründe, Gottes Wort nicht verkündigen zu können: "Wenn ich nur auf mich selber gucke, kann ich das auch nicht," so der Superintendent. Wer wolle sich schon anmaßen, nicht nur "irgendetwas" aus der Bibel zu erzählen, sondern "Gottes Wort" zu sagen? Aber weil es Gottes Auftrag ist und weil Er dahintersteht, könne dennoch gelingen, was uns Menschen an sich unmöglich ist. Das Alter spiele dafür keine Rolle.

Ermutigend dürfte für die jugendlichen Lektorinnen auch die feierliche Einführung gewesen sein. Lang anhaltender Beifall machte ihnen nach der Einsegnung Mut. Nicht zuletzt Pastor Ingo Wiegmann, der die drei jungen Frauen besonders begleitet und in diesem Gottesdienst auch die Liturgie übernommen hatte, wird ihnen auch weiterhin zur Seite stehen.

Im Anschluss trafen sich die Eingeführten mit den Gottesdienstbesuchern noch beim bunten Buffett im Gemeindehaus. Überall strahlende Gesichter und große Freude über einen Aufbruch, der bis vor kurzem kaum denkbar schien: 18-jährige verkündigen Gottes Wort von der Kanzel - wie eine Pastorin, wie ein Superintendent. Nur eben um viele Jahre jünger!

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