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Tidofeld: "Heimat finden in Menschenland"

Brücke zwischen damals und heute: Ausstellung eröffnet am "Tag der Dt. Einheit"
Tidofeld: "Heimat finden in Menschenland"
"Call me" - Collage als Wort-Schrift-Bild

Norden-Tidofeld, 3. Oktober `17 - Krieg, wirtschaftliches Elend, Klimawandel, Hungersnöte und Umweltkatastrophen zwingen heute Millionen Menschen auf der ganzen Welt zur Flucht und Suche nach einer neuen Heimat. Die Schriftstellerin und Künstlerin Christiane Palm-Hoffmeister aus Syke-Barrien hat sich genau diesem Thema in ihrer Ausstellung „Heimat finden in Menschenland“ gewidmet, die am Dienstagnachmittag in der Dokumentationsstätte Gnadenkirche Tidofeld im Rahmen einer Vernissage eröffnet wurde.

Palm-Hoffmeister hat ihre Eindrücke aus den Medien, der Politik und Gesellschaft in einer Vielzahl von Collagen verarbeitet. Und mehr noch: Sie zeigt in bedrückender Weise krasse, unterschiedliche Lebenssituationen aus „relativ reichen“ und armen Ländern auf, die nachdenklich stimmen und stellt diese den 30 Artikeln der UN-Menschenrechtscharta gegenüber, die 1948 von 123 Nationen unterzeichnet wurde.

Mit dem Vergleich der heutigen Flüchtlingssituation mit der Vertreibung der Menschen aus ihrer Heimat nach dem Zweiten Weltkrieg werden erstaunliche Parallelen deutlich, was sich auch in den Fluchtbildern zeigt. Dieser Brückenschlag hat den Verein Dokumentationsstätte Gnadenkirche Tidofeld animiert, die Sonderausstellung in Norden zu zeigen, wobei der „Tag der Deutschen Einheit“ ganz bewusst als Termin gewählt wurde, wie Superintendent Dr. Helmut Kirschstein eingangs betonte. „Wir wollen damit ein Zeichen setzen, dass die Flüchtlinge heute genauso zu unserem Land gehören“, sprach Kirschstein von einem spannenden Projekt. Die aktuelle Ausstellung verbinde auf diese Weise Vergangenheit und Gegenwart miteinander. Eine Vernissage in diesem Stil habe es bisher in der Dokumentationsstätte noch nicht gegeben, hieß es weiter. Umso erfreuter zeigte sich der Superintendent über die große Resonanz.

Die Künstlerin selbst räumte ein, dass ihre Collagen gewöhnungsbedürftig und nicht auf den ersten Blick zu erschließen seien. Der Betrachter war damit aufgefordert, sich Zeit zu nehmen auch für eigene Gedanken. Die Verbindung zur Gnadenkirche sei durch ihre Beteiligung an der Sommerakademie in Norden entstanden. „Mich hat die Dokumentationsstätte sehr beeindruckt und darin bestärkt, zu dem nicht enden wollenden Thema Flucht und Vertreibung etwas auszustellen“, sagte die 1945 geborene Autorin, die mit einer Auswahl eigener Texte und Gedichte das illustre Publikum auf die Ausstellung einstimmte.

Christiane Palm-Hoffmeister ist Preisträgerin „Kunst in der Provinz“ für Lyrik, hat wiederholt kabarettistische „Wort-Spiel-Musik“-Programme aufgelegt und blickt auf mehrere literarische Veröffentlichungen zurück.

Die Sonderausstellung und reguläre Ausstellung in der Tidofelder Dokumentationsstätte sind zu den bekannten Öffnungszeiten dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr, beziehungsweise von November bis Februar jeweils von donnerstags bis sonntags geöffnet.

                                    < Mit Dank an den Ostfriesischen Kurier (Text) >

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