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Ludger und Luther - gemeinsame Reformatoren?

Wegweisender ökumenischer Abschluss des Reformationsfeiertags in Norden
Ludger und Luther - gemeinsame Reformatoren?
Der hl. Ludger - ein Vorläufer Luthers?

Norden, 31. Oktober `19 - Nach dem bewegten und bewegenden Gottesdienst mit Christen aus sieben Norder Kirchengemeinden am Vormittag versammelten sich am späten Nachmittag des Reformationstags noch einmal zahlreiche Teilnehmer-innen im Hochchor der Ev.-luth. Ludgerikirche. Ein oekumenischer Bildervortrag war angesagt mit Kurt Perrey (Pastor an Norden-Ludgeri und Norden-Andreas von 1988-2000) und Helmut Bork von der katholischen Ludgerus-Kirchengemeinde, dieser in Vertretung für die kurzfristig erkrankte Vorsitzende des  Pfarrgemeinderates Angela Emmerich-Frericks.

„Der heilige Ludger und Martin Luther – gemeinsame christliche Wurzeln der Reformation“ , so lautete das Thema. In Dialogform und mit zahlreichen Bilddokumenten erinnerten die beiden Vortragenden an das Leben und Werk Ludgers (742-809) sowie an das von Martin Luther (1483-1546). Erstaunlich, welche Parallelen sich dabei auftun.

Der Prediger, Missionar und Bischof aus dem 8./9. Jahrhundert und der Mönch, Professor und Reformator aus dem 15./16. Jahrhunderten haben vieles gemeinsam, viel mehr als manche meinen.  Beide lebten für einige Zeit in Rom und lernten dort manches kennen, was sie bewegt und weiterhin beschäftigt hat. Beide kritisierten mutig Missstände an der Kirche ihrer Zeit und an ihren verantwortlichen Vertretern. Beiden war vor allem das Studium der Bibel wichtig. Besonders die Psalmen und die Briefe des Apostels Paulus haben ihnen viel bedeutet, ebenso das Gebet und das Gotteslob. Beide bezeugten und verehrten das Werk derer, die kurze oder auch schon lange Zeit vor ihnen als Verkündiger der Frohen Botschaft gewirkt haben. Ihre Zeitgenossen wollten sie befreien von allerlei Ängsten, Ludger von der Angst vor der Macht heidnischer Götter, Luther von der Angst vor einem strafenden, richtenden Gott.

Vor allem: Sie wollten mit Worten und Taten überzeugen, nicht mit Gewalt, sondern friedfertig missionieren. Und  sie suchten nach der Übereinstimmung von Glaube und Leben, auch durch Bescheidenheit und Buße. Ihre Bibelfrömmigkeit war verbunden mit einem Bildungseifer und dem Bemühen, sich den Menschen ihrer Zeit verständlich zu machen und von ihnen als einer der ihren verstanden zu werden. Beide ergänzten sich in ihrem Wirken zum Wohle derer, die danach fragen, wie der christliche Glaube gelebt werden kann.  Getragen von der Güte und Barmherzigkeit Gottes, die für  Christen in Jesus Christus begründet ist, haben Ludger wie Luther in ihm ihren Heiland und Erlöser gefunden und bezeugt. -

„Mehr Christus wagen“, dieser deutliche Aufruf stand am Vormittag des Reformationstags im Mittelpunkt der Predigt im oekumenischen Festgottesdienst. Die Lebensbilder von Ludger und Luther am Nachmittag desselben Tages verstärkten diesen Appell auf beispielgebende Weise. Und das in einer Stadt, die als einzige in ganz Deutschland zwei Kirchen mit dem Namen Ludger hat.

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