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Ökumene in Norden: Gemeinsam auf neuen Wegen

Reformationsjubiläum als Anlass - Allerheiligen mit evangelischer Predigt
Ökumene in Norden: Gemeinsam auf neuen Wegen
Ludgerus: Ökumenische Eintracht klingt!

Norddeich, 2. November `17 - Nun ist das Reformationsjubiläum vorbei, und es stellt sich die Frage „War’s das; oder ändert sich was?“ In Norddeich soll sich was ändern. Hier gibt es ja schon lange eine gemeinsame Urlauberseelsorge der örtlichen Kirchengemeinde und der katholischen Urlauberseelsorge „Kirche an der Küste“. Seit Jahren wird ein reichhaltiges Programm aufgelegt, das in der Urlaubssaison ökumenische Strandgottesdienste und zahlreiche Veranstaltungen anbietet. Die gute Zusammenarbeit führte im Jubiläumsjahr zu einem besonderen Angebot.

Am Reformations-Gedenktag 2016 wurde das Jubiläum mit einem Ökumenischen Gottesdienst in der Arche in Norddeich eingeleitet. Die Predigt hielt damals Pfarrer Bernd Heuermann von der Kath. Kirchengemeinde St. Ludgerus in Norden. Der lud zu einem weiteren gemeinsamen Gottesdienst ein, und zwar an Allerheiligen 2017 in die katholische Kirche. Diese Einladung haben der Norddeicher Pastor Marten Lensch, der diesmal die Predigt hielt, und Pastor i.R. Dieter Albertsmeier als Beauftragter des Ev.-luth. Kirchenkreises Norden für die Konfessionsökumene gern angenommen. Die Leitung des Gottesdienstes übernahm Pfarrer Heuermann; um Mitwirkung gebeten wurden die Kirchenchöre der Andreas-Kirchengemeinde Norden mit Natalia Schilref und der Kirchengemeinde St. Ludgerus mit Natalia Sommer. 

Pastor Lensch betonte in seiner Predigt, das Besondere der Heiligen sei, dass sie für andere Menschen Glaubensvorbilder geworden sind. Er benannte daraufhin katholische, aber auch lutherische Menschen, die als Vorbilder gedient haben, wie z.B. Martin Luther oder Dietrich Bonhoeffer. Aber auch einfache Menschen aus den Familien oder Gemeinden können für andere zu Glaubensvorbildern werden.

Doch sind die Glaubensvorbilder nicht durch ihr Handeln heilig geworden sind. Es ist vielmehr anders herum:

Gott ist heilig, wie es in Jesaja 6,3 heißt („Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll.“) Dadurch, dass Menschen zu Gott gehören, werden sie heilig. So ist also jede Christin und jeder Christ heilig. Das meinen die Lutheraner, wenn sie im Glaubenbekenntnis die „Gemeinschaft der Heiligen“ bekennen.

Die großen Heiligen der Kirche, die Glaubensvorbilder, sind so nicht heiliger, als alle anderen Christinnen und Christen. Das Besondere an ihnen ist nur, dass sie ihre Zugehörigkeit zu Gott, also ihre Heiligkeit, vorbildhaft in Tat oder Wort sichtbar machen.  

Das Echo war durchweg positiv; besonders die Chöre äußerten in dem anschließenden Beisammensein ihre große Freude über das Zusammenwirken. Kein Wunder also, dass die Geistlichen vereinbarten, eine „Tradition“ zu begründen und eine Fortsetzung zu planen: am 31. Oktober 2018, dem „Reformationstag“, soll wieder in der Arche und Allerheiligen 2019 wieder in St. Ludgerus ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert werden.

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