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Neues wagen: Liebe zum Dorf und zu den Menschen

Cordula Trauner feierlich als Pastorin von Dornum und Resterhafe eingeführt
Neues wagen: Liebe zum Dorf und zu den Menschen
Pn. Trauner (4.v.r.): gut begleitet

Dornum, 26. August `18 - Viel Musik, internationale Begleitung und eine bestens gefüllte Kirche: Unter großer Anteilnahme der Gemeinden wurde Cordula Trauner am Sonntagnachmittag in ihr Amt als Pastorin von Dornum und Resterhafe eingeführt. Auch zahlreiche Kolleginnen und Kollegen aus dem Kirchenkreis Norden standen der „Neuen“ zur Seite. Weit gereist waren die Assistenten: Pastorin Trauner hatte ihren ehemaligen Mentor aus Erkelenz, eine Studierenden-Seelsorgerin aus Aachen und einen evangelischen Pastor aus Agadir / Marokko zur Einsegnung eingeladen. Der Afrikaner verlas einen Bibeltext in französischer Sprache und war sicherlich der Gast mit der weitesten Anreise – was ihm den spontanen Applaus der versammelten Gemeinde einbrachte.

Die berühmte Gerhard-von-Holy-Orgel, Posaunenchor, Blockflötenkreis und Kirchenchor sorgten für den feierlichen Rahmen. Superintendent Dr. Helmut Kirschstein nutzte seine Einführungs-Ansprache, um die 45-jährige Seelsorgerin ausführlich vorzustellen. Sie stammt aus der Rheinischen Landeskirche, hat reformierte Wurzeln und arbeitete zuletzt als Schulseelsorgerin im Kirchenkreis Jülich. Ihr Studium weist sie nicht nur als Theologin, sondern auch als Sozialmanagerin mit dem Schwerpunkt Personalmarketing aus. Cordula Trauner bringt mit ihrem weiteren Studium der Religionswissenschaft aber auch interkulturelle und interreligiöse Kompetenz mit, leitete in ihrer Landeskirche den Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDA) und spricht mehrere Sprachen, darunter Arabisch. Gelegentlich predigte sie in den Weihnachtsgottesdiensten der evangelischen Kirche Marokkos, zu der ihr bisheriger Kirchenkreis eine Partnerschaft unterhält. Zuletzt war sie auch für den Aufbau eines internationalen Schüleraustauschs verantwortlich und schlug Brücken in die USA, nach Indien und nach Palästina. Umso mehr betonte der Superintendent die Bodenständigkeit und die spürbare Zugewandtheit der Pastorin: „Sie lieben das Dorf – denn da liegen Ihre Wurzeln. Sie mögen die Menschen – denn Sie sind selbst ein Beziehungsmensch.“ Ihr neues Arbeitsfeld stelle sie denn auch vor große Herausforderungen: „Sie haben den weiten Horizont, um Enges zu öffnen und Neues zu wagen und beharrlich dafür zu arbeiten, dass die Gemeinden, die Gott Ihnen heute ans Herz legt, wieder blühen, wachsen und gedeihen.“

Pastorin Cordula Trauner ist mit der Grundschullehrerin Katrin Landmesser kirchlich verheiratet. Diese war der kirchlichen Arbeit schon bisher als Kirchenvorsteherin eng verbunden und freut sich darauf, in der hiesigen Gemeindearbeit mitzuwirken. Superintendent Dr. Kirschstein begrüßte auch sie besonders herzlich.

Die neue Pastorin wich in ihrer Predigt dem vorgesehenen Predigttext 1. Mose 4 („Kain und Abel“) nicht aus. Offensichtlich verstand sie es, den sperrigen Text spannend aufzubereiten: Man hätte eine Stecknadel fallen hören können... Kain und Abel zeigten das urtypische Verhalten von Menschen, wie es auch in Dornum und Resterhafe zu beobachten sei, so die Pastorin. Auseinandersetzungen, die womöglich tragisch enden, entwickelten sich aus einem Gefühl der Verletztheit und dem Eindruck, nicht beachtet zu werden. Umso mehr seien wir alle herausgefordert, diese Befindlichkeiten zu bearbeiten und uns um der Mitmenschlichkeit willen an die Seite anderer Menschen rufen zu lassen: Die ablehnende Frage Kains: „Soll ich etwa meines Bruders Hüter sein?“ wäre von jedem einzelnen mit einem klaren Ja zu beantworten.

Im Anschluss gab es einen ebenfalls sehr gut besuchten Empfang in der Oll´ Pastoree, dem Gemeindehaus. U.a. sprach Bürgermeister Michael Hook herzliche Worte des Willkommens. Unter den Teilnehmern war auch Schulleiter OStDir Wolfgang Graetz vom Norder Ulrichsgymnasium, an dem Pastorin Trauner ein Viertel ihrer Pfarrstelle (wöchentlich 6 Stunden Religionsunterricht) einbringt. Nach anderthalb Jahren Vakanz war den Rednern aller Grußworte die große Erleichterung anzumerken, dass das Pfarramt nun endlich wieder besetzt ist.

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