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Diakonie als Provokation: Unerhört? Keineswegs!

Woche der Diakonie im Kirchenkreis Norden der Presse vorgestellt
Diakonie als Provokation: Unerhört? Keineswegs!
Gehör finden, zuhören: die Organisatoren

Norden, 29. August `19 - Diakonie bedeutet Nächstenliebe. Zumindest für Dieter Hülsebus, Leiter des Diakonischen Werks Norden. Hinschauen fällt hingegen dem Diakoniebeauftragten im Kirchenkreis Norden, Stephan Bernhardt, als Erstes ein. Und für den Superintendenten Dr. Helmut Kirschstein ist Diakonie das soziale Engagement der evangelischen Kirche. Ganz egal, was jeder Einzelne mit dem Begriff verbindet, gemeinsam wollen sie das Thema in den Fokus rücken – und zwar während der Woche der Diakonie, die am Sonntag, 1. September, mit einem Gottesdienst um 10 Uhr in der Ludgerikirche startet. „Wir machen uns ansprechbar“, sagte der Superintendent bei der Programmvorstellung.

Das beinhaltet ganz unterschiedliche Bereiche der diakonischen Arbeit, die von den Verantwortlichen geleitet und von den insgesamt 40.000 Gemeindegliedern im Kirchenkreis getragen wird. Um diese unter einem gemeinsamen Motto zu vereinen, hat sich die Diakonie im Kirchenkreis Norden den Slogan der Diakonie Niedersachsen zu eigen gemacht und stellt ihre Woche unter den Titel „Unerhört! #zuhören“.

Es greift die Empörungskultur auf, die besonders in den sozialen Netzwerken herrscht. Was dabei häufig zu kurz kommt, ist das Zuhören“, beschrieb der Organisator des Programms, Norderneys Pastor Bernhardt, das Thema. Und gerade das Zuhören ist den Beteiligten in dieser Woche wichtig. Dafür wollen sie mit Interessierten in Kontakt treten und öffnen nicht nur ihre Gottesdienste für alle Konfessionen und Neugierigen, sondern auch verschiedene Kreise, Gruppen und Einrichtungen in Norden, Arle und Dornum. „Wir fordern die Selbstkritischen, die sagen: Ich motze gern, ich gucke mir das jetzt mal an!“, sagte der Superintendent. Denn häufig wüssten die Menschen gar nicht, was die Kirche in Verbindung mit dem Diakonischen Werk alles für Angebote und Hilfestellungen biete.

Ein Angebot seit 35 Jahren ist beispielsweise die Suchtberatung, die bislang noch in der Alten Sielschule, Am Alten Siel 1, beheimatet ist. Unter dem Titel „Unerhört – diese Suchtkranken! Wir verstehen“ öffnen Daniela Sparringa-Strack und Monika Heyen am Donnerstag, 5. September, ihre Türen und informieren von 10 bis 14 Uhr über ihre Arbeit mit Suchtkranken. „Unerhört – diese Armut. Wir geben aus“ ist am Mittwoch das Thema im Tagesaufenthalt und der Tafel Norden an der Norddeicher Straße 146. Von 10 bis 14 Uhr kann sich jeder einmal anschauen, wie ein Mittagessen mit Nachtisch für 1,80 Euro aussieht, warum es Waschmaschinen und Duschen vor Ort gibt und wie viele Menschen in Norden von Armut betroffen sind.

Weil sich der Kirchenkreis weit über die Norder Stadtgrenzen hinaus erstreckt, sind natürlich auch außerhalb Aktionen geplant. Am Dienstag, 3. September, ist etwa die Jugendhilfe des Leinerstifts beteiligt. „Das Leinerstift verorten viele Menschen nur in Mittegroßefehn. Dass es aber auch hier in Norden vor Ort ist, ist vielen gar nicht bekannt“, glaubt Kirschstein und lädt zum Kennenlernen in das Gemeindehaus in Arle um15 Uhr ein. Thema hier: „Unerhört – diese Jugend! Wir bieten neue Perspektiven“. Dabei soll es auch ganz allgemein um die Jugendarbeit in der Kirche gehen. Die jüngsten Kirchenmitglieder stehen am Freitag in Dornum im Blickpunkt. „Unerhört – diese Kinder! Wir heißen sie willkommen“ heißt es beim Willkommensfest in der Kita Dornum. Los geht es hier um 14.30 Uhr. Den Abschluss der Aktionswoche bildet ein Gottesdienst auf Norderney, bei dem Stephan Bernhardt auf das Thema „Unerhörtes in der Bibel“ eingehen will, um eine Brücke zu schlagen. „Der Gottesdienst soll zeigen, wie alt das Thema ist und wie aktuell zugleich“, erklärte der Inselpastor. Los geht es in der Inselkirche um 10 Uhr.

Natürlich hoffen alle Beteiligten, dass sie durch ihre Aktionswoche bei der Bevölkerung Gehör finden, um die Arbeit der Diakonie in den Fokus zu rücken. Außerdem wollen sie über diese eine Woche hinaus die Arbeit im Tagesaufenthalt unterstützen, weshalb aktuell wieder die Aktion „Tüten teilen“ läuft, bei der jeder, der mag beim Einkauf ein Teil mehr kauft, um es im Tagesaufenthalt und der Tafel Norden abzugeben. Gefragt sind insbesondere länger haltbare Lebensmittel, die keine Kühlung benötigen, sowie Hygieneartikel. Mehr zu dieser Aktion erfahren Besucher des Gottesdienstes am kommenden Sonntag, 1. September.

 

                              Mit herzl. Dank an den OSTFRIESISCHEN KURIER (Text & Foto)!

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