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„Da staunst du!“ Siegelsum mit „Wow“ und „Yeah“

KiGo-Kinder beleben Einführung von Katarina Lange als Lektorin

„Da staunst du!“ Siegelsum mit „Wow“ und „Yeah“
Mit KV: kleine Gemeinde, große Freude

Siegelsum, 18. August `19 - „Da staunst du, da staunen wir!“ Das Lied, das Katarina Lange mit „ihren“ Kindergottesdienst-Kindern vortrug, verblüffte die große Gemeinde in der kleinsten Kirche des Kirchenkreises. Mit „wow“ und „yeah“ wurde so der „wunderbare Gott“ gefeiert. Außergewöhnlich, denn eigentlich ging es doch um die Einführung von Katarina Lange in ihren Dienst als Lektorin! Aber weil die Neu-Siegelsumerin schon seit Monaten auch den Kindergottesdienst neu aufbaut, spielten die Jüngsten eine prominente Rolle. Superintendent Dr. Helmut Kirschstein, der die feierliche Einführung vornahm, dürfte wohl zum ersten Mal ein „Yeah“ in sein Gebet aufgenommen haben – er griff einfach auf, was die Kinder so fröhlich vorgetragen hatten.

Auch sonst gab dieser Gottesdienst dem Staunen weiten Raum. Um den Kindern die biblische Lesung nahezubringen, gestaltete Katarina Lange Jesu Gleichnis vom „Hausbau“ als Sandkastenspiel: Auf festem Grund gebaut, trotzte das Gebäude dem Wasserflaschen-Regen – auf sandigem Boden errichtet, wurde alles hinweggespült. Das prägte sich nicht nur den Jüngsten ein: „Wer meine Worte hört und tut, ist wie ein Mensch, der sein Haus auf Felsen baut.“ Klar doch!

Entsprechend klar drehte sich in diesem Gottesdienst alles um Gottes Wort und seine Verkündigung. Ebenfalls ein Novum in einem lutherischen Gottesdienst: Vermutlich zum ersten Mal wurde in Siegelsum ein Lied von Charles Wesley gesungen, eines der Begründer der methodistischen Erweckungsbewegung: „Herr, gib den starken Glauben mir, der Berg und Tal bewegen kann...“ Denn Katarina Lange wurde in eine evangelisch-methodistische Gemeinde hineingeboren und wuchs in einem Pfarrhaus auf.

Ihren so spannenden wie von Umbrüchen gezeichneten Weg skizzierte Superintendent Dr. Kirschstein in seiner Einführungs-Ansprache. Darin spielte das starke kirchliche Engagement und der Drang zur Predigt eine entscheidende Rolle: Katarina Lange absolvierte sogar das Grund-Studium der Theologie an der Hochschule Reutlingen einschließlich der Sprachen Hebräisch, Griechisch und Latein, bevor sie nach verschiedenen Schicksalsschlägen die methodistische Kirche verließ, sich den Lutheranern anschloss und nach Abschluss des Lektorenkurses nun auch offiziell dazu befähigt ist, das zu tun, was sie bereits in zahllosen Gottesdiensten getan hat: Gottes Wort zu predigen.

Um "Lebensziele" ging es denn auch in ihrer Auslegung von Philipper 3. In ihrer Predigt lenkte die frisch gebackene Lektorin den Blick über das Vordergründige hinaus, erinnerte an die Ewigkeit und an Jesus Christus: "Bevor wir den Namen Jesus überhaupt buchstabieren konnten, war es ihm super wichtig, uns den Weg zu Gott zu ebnen." Bei ihrer eigenen ersten Predigt habe sie diese persönliche Berührung besonders gespürt: "von Jesus Christus ergriffen und nicht wieder losgelassen..." Wie der Apostel Paulus sei jeder Einzelne eingeladen, "die Laufschuhe anzuziehen und sich auf den Weg zu machen".

Ihre so persönliche wie bildhafte Predigt unterstrich noch einmal: Katarina Lange steht als alleinerziehende Mutter von drei Kindern mit kürzlich abgelegter Meisterprüfung Hauswirtschaft in jeder Hinsicht „mitten im Leben“. Dass sie als beauftragte Verkündigerin in der 120-Seelen-Gemeinde Siegelsum gleich neben der Kirche wohnt, dürfte die dörfliche Gemeinschaft wie das christliche Miteinander am Ort erkennbar stärken. „Da staunst Du!“

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