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Norder Tafel ist ab sofort wieder geöffnet

10 Wochen Stillstand - aber kreative Zwischenlösungen. Große Hilfsbereitschaft
Norder Tafel ist ab sofort wieder geöffnet
Gegenwärtig nicht so eng - aber froh!

Norden, 4. Juni `20 - Die vergangenen Wochen hatten es in sich. Mitte März musste die Norder Tafel wegen der Corona-Pandemie schließen. Ab Donnerstag dieser Woche darf die von der Diakonie des Kirchenkreises Norden betriebene Einrichtung wieder öffnen. „Das freut uns sehr“, bestätigt Helga Pieper von der Norder Tafel. Ganz „normal“ läuft es aber dennoch nicht. „Unsere Kunden müssen Masken tragen und Abstand halten“, erklärt Pieper. Wer keine Maske trägt, muss wieder nach Hause geschickt werden.

Vor der Tafel dürfte sich eine Warteschlange bilden. Im Innern ist auch alles anders. „Wir verteilen fertig gepackte Tüten“, sagt Pieper. Das bedeutet, dass die Kunden sich die Lebensmittel, anders als sonst, nicht selbst aussuchen dürfen. „Wir versuchen, eine möglichst große Vielfalt zu bieten“, erklärt Pieper deshalb. Sie bittet die Kunden darum, das Geld für den Einkauf abgezählt bereitzuhalten, am besten in Form von Ein- und Zwei-Euro-Münzen. „Dadurch wollen wir so viele Kontakte wie möglich vermeiden.“

Mitte März musste der Verkauf eingestellt werden. Für Dieter Hülsebus vom Diakonischen Werk war das ein schwerer Schritt. „Bei unseren ehrenamtlichen Helfern wie bei den Besuchern der Tafel überwiegen Menschen aus den Risikogruppen“, erklärt er. Insofern blieb keine andere Wahl, um alle Beteiligten zu schützen.

Die Helfer blieben aber nicht untätig. Rosi Knoke von der Ludgeri-Kirchengemeinde und Ulrike Schuh, Diakonin der Jugendarbeit im Haus Am Markt 30, entwickelten ein Konzept für die Suppenausgabe. Über ein Fenster gaben sie die warme Mahlzeiten aus. Unterdessen sammelten Mitglieder des Rotary Clubs Lebensmittel, verpackten sie in Tüten und stellten sie der Norder Tafel zur Verfügung.

Die Hilfsbereitschaft war sehr groß“, betont auch Helga Pieper. Viele Spenden gingen auf dem Konto der Tafel ein, sowohl von Privatleuten als auch von Unternehmen. So konnte die Grundversorgung der Kunden sichergestellt werden. „An manchen Tagen haben wir 120 bis 140 Tüten verteilt“, erinnern sich Rosi Knoke und Ulrike Schuh. Einige der Lebensmitteltüten wurden sogar ausgeliefert. Die .Übergabe erfolgte kontaktlos, indem die Tüten vor der Haustür abgestellt wurden. Das soll auch nach der Wiedereröffnung so bleiben. „Wir behalten jene Menschen im Blick, die besonders gefährdet sind“, erklärt Pieper.

Ab Donnerstag dürfen die Kunden nun auch wieder persönlich kommen, müssen sich aber registrieren. Zwar sind Namen und Adressen bei der Norder Tafel bereits hinterlegt, nicht aber die Telefonnummern. „Wir benötigen sie, um im Falle eines Falles so schnell wie möglich zu informieren“, betont Pieper. Um auf Nummer sicher zu gehen, darf auch nur ein Mitglied eines Haushalts die Tafel besuchen. Selbst Kinder oder Hunde dürfen nicht mitgebracht werden, so sollen die Risiken minimiert werden. Aber auch wenn strenge Regeln gelten, so dürfte die Freude über die Wiedereröffnung überwiegen.

Die Norder Tafel, Norddeicher Straße 146, wird regelmäßig von montags bis freitags ab 13.45 Uhr geöffnet sein. Anmeldungen werden vormittags im Tagesaufenthalt der Diakonie entgegengenommen.

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