Sie sind hier: Aktuelles

Rezeptur für erfolgreiches "Kekse-Backen"

Pastor Marten Lensch gewürdigt - Starker Zuspruch zur Verabschiedung
Rezeptur für erfolgreiches "Kekse-Backen"
Lob und Dank: Sup., P. Lensch

Norddeich, 16. Dezember `18 - Superintendent Dr. Helmut Kirschstein war nicht der einzige, dem es doch ein wenig schwer fiel, Lebewohl zu sagen. Lebewohl zu einem Kollegen, „der einer der wichtigsten Akteure auf der Bühne des Kirchenkreises Norden“ war, wie Kirschstein sagte. Gestern verabschiedeten gut 330 Menschen den Norddeicher Pastor Marten Lensch und seine Familie. Neben vielen älteren und jüngeren Mitgliedern der Gemeinde waren auch zahlreiche Kollegen und Diakone aus dem gesamten Kirchenkreis, Vertreter der katholischen Kirche sowie von der Urlauberseelsorge gekommen. Zur Überraschung des scheidenden Pastors Lensch war auch der Norddeicher Shantychor dabei und sang.

Am 1. Februar tritt der heute 47-Jährige seinen Dienst als neuer Superintendent im Kirchenkreis Grafschaft Diepholz an. Trotz aller Traurigkeit, dass der beliebte Pastor und Kollege weggeht, freuten sich Kollegen und Gemeindeglieder für und mit Lensch, dass seine Bewerbung zum Superintendenten Erfolg gehabt hat. Dies sagte auch der Norder Bürgermeister Heiko Schmelzle in seiner Ansprache: „Ich gönne es dir von Herzen.“

Dass bei dem gestrigen Abschiedsgottesdienst gelächelt wurde, das lag auch am scheidenden Pastor. Denn passend zur Adventszeit blickte der bekennende Keks-Anhänger Lensch mit dem Thema Backen auf die vergangenen 15 Jahre seiner Tätigkeit in Norddeich. „ Backen ist etwas wunderbares  - und Gemeindearbeit ist wie Kekse backen.“ Das Rezeptbuch, dass zur Verfügung steht, ist die Bibel. Das besondere Gebäck, das man mit Hilfe des Rezeptbuchs Bibel backen könne, benötige Freude, Lob, Einmütigkeit und auch Einträchtigkeit. „15 Jahre lang durfte ich mit euch Kekse backen“, sagte er in Richtung der Norddeicher. Nicht immer sei es gelungen, die für das Gelingen des Rezeptes erforderlichen 100 Gramm Einträchtigkeit beizusteuern, „aber es waren weit über 90". Deutlich mahnte er, dass jede Form von Kirchturmdenken falsch sei. Auch betonte Lensch, dass der Segen eines Lektors oder einer Prädikantin „genauso viel Wert ist wie der eines Superintendenten“. Ihn freute, dass Superintendent Dr. Kirschstein die gleiche Meinung habe wie er: „Wir haben das Rezeptbuch immer gleich gelesen."

Zum Backen gehörten auch Lob und Freude, so Lensch. Er habe viel Grund zu danken und zu loben, für viele persönliche Begegnungen. Auch die Konfirmanden bezog Lensch in seinen Dank mit ein. Sie hätten beim letzten Unterricht gesagt, dass sie noch eine weitere Stunde bei ihm haben wollten. „Was gibt es Schöneres, als wenn Konfirmanden einen nicht freigeben wollen?" Auch die Spieler des Krippenspiels bezog er in seinen Dank mit ein. „Ohne euch gäbe es nicht die Gemeindearbeit.“ Natürlich sei auch der Kirchenvorstand in den vergangenen 15 Jahren sehr wichtig gewesen. „Wir haben gute Dinge auf den Weg gebracht." Ein Dank ging auch an die Lektoren und Prädikanten, so Lensch, der Sprengel-Lektorenbeauftragter war. Lensch dankte insbesondere Pastor Dieter Albertsmeier. Dieser habe ihn immer vertreten. Lensch überreichte ihm einen kleinen Engel.

Lenschs Vielseitigkeit und Kreativität war es auch, die Superintendent Dr. Kirschstein hervorhob. Dr. Kirschstein nannte unter anderem das Wirken Marten Lenschs im Bereich Kirche im Tourismus, das besondere Unterrichtsmodell für Konfirmanden und auch die Lektorenarbeit, speziell für junge Menschen, dazu auch das Vorbereiten der Kirchenvorstands-Tage. Kirschstein war sich sicher: „Ich kann Ihre vielfältige Arbeit kaum würdigen, ohne vieles zu vernachlässigen." Eine Tätigkeit hob Kirschstein denn doch besonderes hervor: Lensch war Vorsitzender des Stellenplanungs-Ausschusses. In dieser Funktion hatten er und Lensch intensiv miteinander zu tun. Kirschstein hob hervor: „Unser Miteinander war immer von gegenseitigem Vertrauen, von Zuverlässigkeit und Loyalität geprägt – das werde ich nie vergessen." Freundschaftlich sei ihr Miteinander gewesen. Umso unverständlicher erscheine es einigen, dass man sich immer noch sieze. Doch jetzt spreche wirklich nichts mehr dagegen, „sondern alles dafür, dass wir endlich freundschaftlich zum Du übergehen".

 

                     Veröffentlicht mit herzlichem Dank an den OSTFRIESISCHEN KURIER (Bild und Text)

>> zurück zur Übersicht