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Rückblick

1. März 2008

Literaturseminar

Ein Samstag mit Erika und Klaus Mann im Andreas-Gemeindezentrum

Literaturseminar

Norden, 1. März `08 - Das Literaturseminar der Gemeindebücherei der Ludgerikirche über Erika und Klaus Mann, die ungewöhnlichen Kinder des berühmten Vaters Thomas Mann, war gut besucht.

41 Frauen aus dem Sprengel Ostfriesland trafen sich am 01. März in den hellen freundlichen Räumen des Andreas-Gemeindezentrums, um unter der Leitung der Dozentin Beate Neubauer aus Berlin in das Thema eingeführt zu werden. Frau Neubauer referierte über den Einfluss der Mann-Familie auf die modeme Literaturgeschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert.

Wie keine andere Familie spiegelt die Familie Mann die politischen Strömungen und Umwälzungen in Deutschland vor und zwischen zwei Weltkriegen und der Nachkriegszeit wider. Thomas Mann entstammt einer l(aufmannsfamilie aus Lübeck, deren Stern zu sinken begann - Katia Mann, geborene Pringsheim, ist Tochter einer reichen jüdischen Familie in München, die zur Zeit des Dritten Reiches emigrieren muss. Einige Familienmitglieder kommen im Konzentrationslager um. Thomas Manns zieht mit seiner Familie in die Schweiz, danach in die USA und später wieder zurück in die Schweiz, immer begleitet von seiner ältesten Tochter Erika Mann, die nach seinem Tod den Nachlass ordnet und über das letzte Jahr mit ihrem Vater schreibt.

Angefangen bei den Urgroßeltern und Großeltern der Familie Mann und Pringsheim zog sich der Bogen bis zu den ältesten Kindern von Thomas und Katia Mann. Auch die Lebensläufe der vier jüngeren Geschwister Monika, Golo, Elisabeth und Michael wurden mit Lesungsbeispielen aus Tagebüchern, Briefen und Werken verfolgt.

Von Erika Mann gab es ein kabarettistisches Gedicht zu hören, das heute noch Akzeptanz finden würde, wäre es nur bekannter. Die Romane Klaus Manns werden inzwischen von der jungen Generation wieder entdeckt.

Durch ihre wohlüberlegte Textauswahl verstand es Beate Neubauer lebendig und humorvoll zu referieren, so dass die Frauen wie gebannt einen Tag lang zuhören und später darüber diskutieren bzw. nachfragen konnten.

Zum wiederholten Mal kamen Frauen aus der ostfriesischen Region zum alljährlichen Seminar in Norden zusammen. Sie genossen das Zusammensein und den Austausch zwischen literaturinteressierten Leserinnen. Die Büchereifrauen der Gemeindebücherei hatten sich außerdem um das leibliche Wohl der Gäste gekümmert und reichlich gebacken und gekocht. Das Literaturangebot für den Seminartag stellte die Gemeindebücherei zur Verfügung. Durch Spenden für die Bücherei machten die Teilnehmerinnen deutlich, dass ihnen am aktuellen vielseitigen Literaturangebot auch in Zukunft viel gelegen ist. Ein Thema fürs nächste Jahr wurde schon vorgeschlagen: Die Geschichte der viel verzweigten und berühmten Familie des Moses Mendelssohn.

Für den Inhalt verantwortlich: Roswitha Homann, Hirtenpfad 19, 26506 Norden, Tel. 15731