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Rückblick

28. Mai 2019

Dokumentationsstätte Tidofeld: positive Bilanz

MGV mit Rück- und Ausblick – Forum Boatpeople startet - Vietnamese im Vorstand
Dokumentationsstätte Tidofeld: positive Bilanz

Norden-Tidofeld, 28. Mai `19 -Die finanzielle Grundlage ist gesund, die Mitglieder- und Besucherzahlen sind stabil bis deutlich steigend, das Publikumsinteresse an den Veranstaltungen und Vorträgen ist überaus beachtlich. So konnte Superintendent Dr. Helmut Kirschstein, Vorsitzender des Vereins Gnadenkirche Tidofeld (Dokumentationsstätte zur Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen) in der jetzt stattgefundenen Mitgliederversammlung eine positive Bilanz des Jahres 2018 ziehen und in einem Ausblick über künftige Projekte informieren. An der Sitzung nahm auch Nordens Bürgermeister Heiko Schmelzle teil.

In seinem Jahresbericht erinnerte Kirschstein an zahlreiche Aktivitäten, herausragende Schwerpunkte und Entwicklungen der vor rund fünfeinhalb Jahren eröffneten Dokumentationsstätte und des Trägervereins. Unter anderem hob er den Besuch einer Delegation aus Uganda aus Anlass des Weltflüchtlingstages, die Beteiligung am Museumstag mit hoher Besucherzahl, den neuen Kontakt zur katholischen Kirchengemeinde mit Pfarrer Hentschel, die aktive Öffentlichkeitsarbeit sowie die Fertigstellung des Multi-Media-Guides für die Ausstellung hervor. Im Zusammenhang mit einem Besuch der Gnadenkirche habe der Landesvorstand des Bundes der Vertriebenen (BdV) mit der niedersächsischen Landesbeauftragten Editha Westmann in Norden getagt.
 
Besonders würdigte Kirschstein das vorbildliche Engagement der Geschäftsführerin Anna Jakobs und des Pädagogischen Leiters der Dokumentationsstätte, Lennart Bohne, dessen Tätigkeit für weitere zwei Jahre nun “hundertprozentig” gesichert sei. Weil das Team der Ehrenamtlichen durch Alter, Krankheit und aus anderen Gründen leider zusehends reduziert werde, könne die durchgängige Bedienung der Öffnungszeiten weitgehend nur durch den Einsatz von Bundesfreiwilligendienstlern gewährleistet werden.
 
Zbigniew Kullas berichtete in der Versammlung über die Fortführung der deutsch-polnischen Versöhnungsarbeit. Schatzmeister Heiko Kremer stellte fest, dass der Verein “finanziell auf gesunden Füßen steht”.
 
Ganz oben auf der Tagesordnung des Vereins steht aktuell die einmalige Chance, in der Dokumentationsstätte – verbunden mit einer baulichen Erweiterung – eine bundesweit erste Dauerausstellung zur Schicksals- und Integrationsgeschichte der ab 1978 in Norden aufgenommenen vietnamesischen Bootsflüchtlinge (Boatpeople) einzurichten. Zur Zeit werden die inhaltlichen Konzepte und Förderanträge erarbeitet. Eine Spendenaktion ist angelaufen. Bürgermeister Schmelzle wird in wenigen Tagen auf dem 31. Vietnamesischen Katholikentag in Aschaffenburg das Projekt vorstellen. Mit dem Auricher Zahnarzt Tuan Kiet Hoang wurde jetzt ein gebürtiger Vietnamese als Beisitzer in den Vorstand gewählt.
 
Nach Angaben von Lennart Bohne ist in den vergangenen Monaten im Rahmen des Projektes “Würde zeigen” gemeinsam mit Norder Jugendlichen eine Wanderausstellung unter dem Titel “In Huus” erarbeitet worden; sie stellt Menschen vor, die aus unterschiedlichen Gebieten der Welt in die Küstenstadt gekommen sind. Die Eröffnung erfolgt am 15. Juni im Bereich der Kreisvolkshochschule (Fest der Generationen und Kulturen). Im zweiten Halbjahr 2019 sieht ein weiteres Projekt die Begegnung von deutschen Flüchtlingen und Heimatvertriebenen mit Menschen, die in der jüngsten Vergangenheit fliehen mussten, vor. Dabei sollen Video-Interviews entstehen.
 
Aus Altersgründen hat Johann Haddinga das Amt des zweiten Vorsitzenden aufgegeben. Dr. Kirschstein würdigte seinen bisherigen Stellvertreter als "Mann der ersten Stunde", der von Anfang an die Entwicklung der Dokumentationsstätte unterstützt, journalistisch begleitet und nach Kräften vorangetrieben habe. Neben Kirschstein und Prof. Dr. Bernhard Parisius gehörte Haddinga bereits der Projektgruppe Gnadenkirche an, die sich im Juli 2006 erstmals der Öffentlichkeit vorstellte. Zu seinem Nachfolger wählten die Mitglieder einstimmig Heiko Kremer, der zugleich auch weiterhin als Schatzmeister amtiert.