Wo das "Norder Modell" erfolgreich arbeitet

Kirchengemeinden Dornum & Resterhafe: Viertel Pfarrstelle ab 1.10.2004

St. Bartholomäus in Dornum
St. Bartholomäus in Dornum

Ab 1.10.2004 haben die traditionell unter einem Pfarramt verbundenen Kirchengemeinden Dornum und Resterhafe mit zusammen 1.500 Gemeindegliedern wieder eine volle Pfarrstelle. Nach bereits 5 Jahren der Dreiviertel-Reduzierung ist dies ein Schritt, der dem überall verbreiteten Trend diametral entgegenläuft.

In beiden Gemeinden existieren Fördervereine. Dabei konnte die Gemeinde Dornum (1.100 Gemeindeglieder) auf einen bereits bestehenden "Orgel- und Gemeinde-Förderverein" zurückgreifen, dessen Hauptzweck - nach erfolgreicher Orgelrestaurierung - auf die Sicherung der Pfarrstelle "umgeleitet" wurde. Der Verein in der Schwestergemeinde Resterhafe wurde erst zur Pfarrstellensicherung neu gegründet - und dokumentiert den Willen des kleineren Partners, selbständig Verantwortung zu übernehmen.

Die Gemeinde Dornum konnte zum Zeitpunkt des Projektbeginns auf mehrere Jahre intensiven Gemeindeaufbaus zurückblicken. Die Gelder fließen - auch durch Unterstützung der zahlreichen Touristen. Eine hohe Rücklage konnte bereits angespart werden. Das Projekt ist auf absehbare Zeit gesichert.

Mehr noch: Man darf davon ausgehen, dass die "ganze" Stelle der Gemeinden Dornum/Resterhafe für mindestens 10 Jahre Bestand hat - für welche andere Kirchengemeinde, bitteschön, lässt sich im Jahr 2008 eine derartige Garantie aussprechen?!

Kirchengemeinde Baltrum: Halbe Pfarrstelle ab 1.1.2007

Die Inselkirche Baltrum aus der Luft
Inselkirche Baltrum

Ab 1.1.2007 finanziert die Kirchengemeinde Baltrum im Zusammenhang mit dem „Norder Modell“ sogar eine „halbe“ Pfarrstelle!

Das ist geradezu sensationell, wenn man weiß, dass die ev.-luth. Kirchengemeinde lediglich 290 evangelische Gemeindeglieder umfasst - allerdings werden jährlich etwa 360.000 Übernachtungen auf der Insel verzeichnet. Eine der ersten Beitrittserklärungen kam denn auch aus der Schweiz...

Das Gemeindeleben ist tatsächlich stark auf Urlauber zugeschnitten, das Potential engagierter Ehrenamtlicher eher begrenzt. Das hoch motivierte Pastorenehepaar integriert Einheimische und Gäste, die Integration und Vermittlung eines gemeinsamen „Wir-Gefühls“ gelingt offenbar hervorragend. Im Frühsommer 2004 wurde ein Förderkreis gegründet, dem es gelungen ist, in nur einem halben Jahr die erforderlichen Gelder des ersten Projektjahres beizubringen: gut 20.000 €. Da dieses Geld erst ab 1.1.2007 benötigt wurde und bis dahin weiterhin steigende Ergebnisse erzielt wurden, konnte bereits eine hohe Rücklage angespart werden, bevor auch nur der erste Cent ausgegeben wurde.

Die Zukunft der Baltrumer Pfarrstelle ist auf absehbare Zeit gesichert - oder sollte man sagen: auf unabsehbare Zeit?!

Direkte Informationen zur Arbeit des Förderkreises gibt es HIER auf der Homepage der Baltrumer Insel-Kirchengemeinde!

Krankenhausseelsorge: Viertel Pfarrstelle ab 1.3.2007

Die Stelle eines Krankenhausseelsorgers am Norder Krankenhaus wurde bis zum Ausscheiden des langjährigen Amtsinhabers zu 100 % von der Landeskirche bezahlt. Seit 1.1.2006 zahlt Hannover aber nur noch eine viertel Stelle...

Der Kirchenkreis Norden hatte allerdings weiterhin ein starkes Interesse an der seelsorgerlichen Betreuung des Krankenhauses. Außerdem drängte sich - auch aus Stellenplanungsgründen - eine Lösung geradezu auf: Der seelsorgerlich ohnehin besonders engagierte Pastor der Kirchengemeinde Nesse (1.100 Gemeindeglieder) übernahm diese Aufgabe zusätzlich - und arbeitete offensichtlich so überzeugend, dass es in Verhandlungen mit der Ubbo-Emmius-Klinik Aurich-Norden gelungen ist, ein zweites Viertel von der Klinik finanzieren zu lassen - wiederum nach dem "Norder Modell" (neuer Schlüssel jetzt allerdings 2 : 1, also zwei Drittel Klinik, ein Drittel Innovationsfonds des Kirchenkreises).

Da die Rückmeldungen von Patienten, Pflegepersonal und Ärzten (!) überaus positiv sind, steht zu erwarten, dass auch dieses Projekt  fortgeführt werden kann - mit "open end" für die nun immerhin "halbe" Seelsorgestelle am Norder Krankenhaus.

In ihrer "Patienteninformation" wirbt die Norder Klinik mit der Krankenhausseelsorge - zu Recht! Online siehe HIER!

Kirchengemeinde Juist: Halbe Diakonen/Kirchenmusikerstelle ab 1.1.2009

"Noah und die coole Arche"
Musical mit dem Juister Kinderchor

Die Kirchengemeinde Juist mit rund 800 Gemeindegliedern und fast 1 Mio. Übernachtungen pro Jahr hat z.Zt. noch eine Pfarr- und eine Diakonenstelle - wobei der Diakon als hauptamtlicher Kirchenmusiker für die Fülle kirchenmusikalischer Ereignisse verantwortlich ist.

Der Stellenrahmenplan sieht ab 1.1.2009 die Reduzierung der Diakonenstelle auf 50 % vor - die andere Hälfte soll ebenfalls durch das „Norder Modell“ finanziert werden (einstimmiger KV-Beschluss).

Auf Juist hat sich noch kein Förderverein gegründet, allerdings werden auch hier bei Gemeindefesten und häufigen, überaus gut besuchten Konzerten etc. bereits seit Jahren Gelder für die Co-Finanzierung der Kantorenstelle gesammelt. Der Trend ist ähnlich wie auf Baltrum. In den Rücklagen haben sich bereits etliche Zehntausend Euro gesammelt.

Kirchengemeinde Norden-Ludgeri: Viertel Diakonenstelle ab 1.1.2009

Große Kirche, große Jugendarbeit...

Die Kirchengemeinde Norden-Ludgeri teilte sich 13 Jahre lang ihren Diakon mit dem Kirchenkreis (also: 0,5 Diakon Ludgeri, 0,5 Diakon Kreisjugenddienst). Nachdem es ab Sept. 2008 gelungen ist, die KJD-Stelle von 0,5 auf 1,0 zu erweitern, wurde fieberhaft nach einer positiven Lösung zur Aufstockung des 0,5-Gemeindeanteils gesucht.

Und gefunden wurde die Co-Finanzierung durch ein ganzes Bündel von Maßnahmen: Einerseits bietet die Landeskirche aktuell ein Unterstützungs-Programm, um einen "Einstellungs-Korridor" für junge Diakone offen zu halten: Im 1. Jahr zahlt das LKA 80 % einer Stelle, im 2. Jahr 60 %, im 3. Jahr 40 %, im 4. Jahr 20 % - im 5. Jahr muss die Kirchengemeinde (bzw. der Kirchenkreis) die Stelle dann komplett bezahlen, mindestens für dieses eine Jahr.

Mit tatkräftiger Unterstützung durch den "Förderkreis Kinder- & Jugend Ludgeri" wie durch die seit Jahren erfolgreiche Aktion "Ludgeri Adventskalender" und Bonifizierung nach dem "Norder Modell" gelingt es, die lt. Stellenrahmenplan eigentlich zu bezahlende 0,5-Stelle des Gemeindediakons nicht nur 5 Jahre lang, sondern mindestens 8 Jahre lang zu 100 % zu garantieren. Wo gibt es das sonst - die Garantie einer 100%igen Diakonen-Stelle bis incl. 2016 ?!

Kirchengemeinde Norden-Ludgeri: Mitarbeiterin für Kinder & Jugend

Seit Sept. 2005 unterstützt ein Förderkreis "Kinder & Jugend" die jüngsten Gemeindeglieder in der Norder Ludgerigemeinde - und hat zunächst zwei Stellen insbesondere für die Einrichtung eines "Kindertreffs" und eines großangelegten Ferienprogramms (im Sommer 6 Wochen täglich "Ludgeri Ferienbox") erreicht. Auch wenn der Förderkreis sich jetzt massiv für die Diakonenstelle einsetzt, auf der nun endlich zu 100 % gearbeitet werden kann - darüber hinaus soll das Ferienprogramm trotzdem weitergehen! Eine zusätzliche Stelle bleibt dafür eingerichtet. Bonifiziert durch den Innovationsfonds des Kirchenkreises!

Nähere Informationen gibt´s HIER!

Kirchengemeinde Hage: 2 Mitarbeiterinnen für Kinder & Jugend

Die Hager waren die ersten: Seit 1997 stellt die Ansgari-Gemeinde Hage zwei Kräfte für die Arbeit mit Kindern bzw. Jugendlichen an - seit 2003 bonifiziert durch den Innovationsfonds des Kirchenkreises.

Nähere Informationen gibt´s HIER!

Kirchengemeinde Arle: Mitarbeiterin für Kinder & Jugend

Kirchengemeinde Großheide: MitarbeiterIn für Jugendarbeit