Wöchentlicher Pressespiegel
5. September 2011
- Für die Zeit vom 23. August bis 4. September 2011 -
Schlaglichter aus unserer Landeskirche
- In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (4.9.) ist
ein großes Interview mit unserem
Landesbischof erschienen. Spannend war, mit welcher
Überschrift das Interview kommen wird, es ist, dem Charakter
des Interviews gemäß, eine theologische: "Die dunklen Seiten
Gottes lassen wir kaum noch zu". Auch die
Porträt-Bildunterschrift bleibt dabei: "Suche nach dem
Ungewissen: "Wer seinen Glauben ohne intensiven Zweifel
vorträgt, der hat vom Glauben nicht viel verstanden."" In der
epd-Reaktion wurde die politische Aussage hochgezogen: "
Bischof Meister warnt vor reflexhaften politischen Äußerungen
der Kirche".
- Worpswede: "Das ging weit über die
Floskeln hinaus, die üblicherweise fallen, wenn jemand seinen
Arbeitsplatz wechselt. Pastor Kurt Liedtke fand im
Gottesdienst zur Verabschiedung von Diakon Heiko Lucht nicht
nur berührende, sondern auch deutliche Worte. Er beließ es
nicht beim Dank, er bat - und das ausdrücklich auch in seiner
Funktion als Vorsitzender des Kirchenvorstands - den
scheidenden Mitarbeiter um Entschuldigung." (Weser-Kurier
1.9.)
- Deister-Anzeiger (2.9.): "Das Arbeitsgericht Hameln hat
die Klage des langjährigen Leiters der diakonischen
Jugendwerkstatt Hameln (...) gegen
seine fristlose Kündigung abgewiesen. Die Kammer habe am
Donnerstag entschieden, dass bereits die Renovierung zu
Sonderkonditionen in dessen Privathaus durch seine
Mitarbeiter ein ausreichender Grund für die
Entlassung gewesen sei, sagte Rechtsanwalt Niclas
Schulz-Koffka dem epd." Eine Revision ist möglich.
- Der 19-jährige Abdirisaaq Ahmed Muhamed, ein von
Abschiebung bedrohter Flüchtling aus Somalia, hat
Zuflucht bei der evangelischen Kirchengemeinde
Beverstedt gefunden. (div.)
- Die Rotenburger Kreiszeitung (26.8.) titelt zu dem
Kirchenasyl der Roma-Frauen in Rotenburg: "
Minister verweigert Gespräch". Innenminister Schünemann hatte
nur ein Statement abgegeben, im Oktober wird über die
Abschiebung entschieden.
- Eigentlich klar: Schülerinnen und Schüler müssen irgendwie in die Schule kommen. Im Falle des evangelischen Gymnasiums Meine klappt das noch nicht, mindestens nicht zu vertretbaren Zeiten - "Wenn der Schulbus zu früh kommt" (Gifhorner Rundschau, 24.8.).
- Superintendent Kück verkündet, dass die
evangelische Schule in Stade "auf der
Prioritätenliste für Konfessionsschulen der Landeskirche
(...) inzwischen auf Platz eins gerückt" sei. (Stader Tagebl.
27.8.)
- Vertreter von zwölf Konfessionen und Religionen wollen
am 11. September bei einer gemeinsamen
Aktion in Hannover "Gebete und Gedanken zum
Frieden" vortragen. (HAZ, 1.9.)
- "Die Kirche braucht sozialwissenschaftliche
Forschung, weil sie sich allein über die Theologie
nicht selbst steuern kann. Sie muss mitbekommen, was in der
Gesellschaft passiert, welche Veränderungen sich vollziehen,
damit sie weiß, woran sie ist. Und das ist am besten durch
sozialwissenschaftliche Forschung zu erreichen" - so wird
Gerhard Wegner in der Nordwest-Zeitung (2.9.) anlässlich 40
Jahren soziologischer Forschung in der Landeskirche
zitiert.
- "Ärger um göttlichen Weckdienst" titelt
die NOZ (23.8.), weil das Pastorenehepaar in Hasbergen das
regelmäßige Läuten wieder eingeführt hat. Nun haben sie auf
das 7-Uhr-Läuten verzichtet, nicht aber auf das 12- und
18-Uhr-Läuten.
- Das Hamburger Abendblatt (23.8.) kündigt an: "Ein Magazin, das sich Wertedebatten stellt, Kontroversen nicht scheut und dennoch unterhaltsam ist - all das ist die Abendblatt-Beilage "Himmel & Elbe". Sie erscheint achtmal im Jahr im Tabloid-Format und entsteht in Zusammenarbeit mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche, der Diakonie, der Katholischen Kirche und der Caritas".
Schlaglichter auf überregionale Themen
- Im Deutschen Pfarrerblatt erschien ein -
heftige Reaktionen auslösender - Artikel mit dem Titel
"Vom Nationalgott Jahwe zum Herrn der Welt und aller
Völker", in dem die Rechtmäßigkeit der Gründung
Israels bezweifelt wird. (div.)
- Der Ratsvorsitzende hat sich in der Steuer-Debatte
für eine stärkere Belastung von Reichen
ausgesprochen. (div.)
- Zollitsch im Interview mit der ZEIT
(1.9.): "DIE ZEIT: Bundespräsident Wulff hat sich sehr für
den Besuch von Benedikt in Deutschland eingesetzt. Wulff ist
katholisch, geschieden und wieder verheiratet. Nach den
geltenden Regeln ist er darum vom Abendmahl ausgeschlossen.
Gibt das in der katholischen Hierarchie zu denken?
Robert Zollitsch: Selbstverständlich gibt das zu denken. Der Bundespräsident hat sehr viel Wert darauf gelegt, dass der Papst kommt. Wir stehen ja ganz allgemein vor der Frage, wie wir Menschen helfen, deren Leben in wichtigen Dingen unglücklich verlaufen ist. Dazu gehört auch eine gescheiterte Ehe. Das ist eine Frage der Barmherzigkeit, und darüber werden wir in nächster Zeit intensiv sprechen." - das führte natürlich zu Diskussionen, "Bischöfe streiten über Geschiedene".
- Und nun die ökumenische
Ernüchterung:
"DIE ZEIT: Darf man sich in der Frage der Ökumene was erwarten von diesem Besuch?
Robert Zollitsch: Ich gehe von einem Impuls aus, ja.
DIE ZEIT: Wie könnte der aussehen?
Robert Zollitsch: Nun lassen Sie den Heiligen Vater doch überhaupt erst mal ankommen!"
und:
Focus (29.8.) im Interview mit dem Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Hans Langendörfer: "Auf diesen Besuch hin schießen tatsächlich Hoffnungen ins Kraut, der Papst könnte den Evangelischen nun einen neuen Status verleihen oder er könnte, salopp formuliert, erklären: "Gut, jetzt machen wir das mit den Regeln zum Abendmahl mal ganz anders." Das funktioniert so nicht. Es gibt offene Fragen und keine Spielräume für rasche, publikumswirksame Entscheidungen."
Und zu guter Letzt...
... endlich ein Silberstreif am Horizont - wir haben unseren
Paulus wieder! Eine neu gegründete Sekte sieht in Russlands
Präsident Putin eine Reinkarnation des Apostels
Paulus! (div. 13.5.)

