Einführung von Pastor Roman Ott

Einführung von Pastor Roman Ott im Kirchenkreis Norden

Norden. Am Samstag, 25.10., wurde Pastor Roman Ott von Superintendent Christian Neumann in einem Gottesdienst im Hochchor der Ludgerikirche in seinen Dienst zur Mitarbeit im Kirchenkreis Norden eingeführt. Bereits am 1. 9. hatte er seine Tätigkeit aufgenommen, zunächst schwerpunktmäßig in der Kirchengemeinde Marienhafe, da es dort zurzeit eine Vakanz gibt. Generell übernimmt er Aufgaben in den Kirchengemeinden und Regionen, wenn es durch Pfarrstellenwechsel oder Erkrankungen Vertretungsbedarf gibt. Dies trägt dazu bei, dass Gottesdienste und andere Angebote stattfinden, die Kirchenvorstände begleitet und Haupt- und Ehrenamtliche vor Ort entlastet werden. 

Seine Einführungsansprache begann Superintendent Neumann mit der Frage: „Wer ist Gott für dich?“ Pastor Roman Ott hat für sich schon lange darauf eine Antwort gefunden: „Gott sieht mich!“ Bezugnehmend auf Psalm 139,1-5 erläuterte Neumann, Ott sei durch seine Familie, besonders durch die Großeltern, mit dem Glauben in Berührung gekommen. „Wer sich von Gott gesehen weiß, dem fällt es leichter, neue Perspektiven einzunehmen und so jemand bekommt auch andere Menschen gut in den Blick.“, sagte Neumann und betonte, Ott sehe, wo Menschen für das Evangelium ansprechbar seien. Er wünschte ihm Kraft für seinen Dienst und immer wieder Momente dieser Gottesnähe. 

In seiner Predigt verdeutlichte Roman Ott die Aufgaben eines Pastoren für Vertretungsdienste, die auch „Springer“ genannt werden. Dafür hatte er eigens eine große Outdoor-Schachfigur mitgebracht, den Springer. Dieser habe eine besondere Weise, sich zu bewegen. Bei aller Freiheit brauche der Springer aber auch das Zusammenspiel mit den anderen Schachfiguren. Bei seiner neuen Aufgabe im Kirchenkreis Norden sei es die Situation, die vorgebe, was dran sei. „Das reizt mich!“, sagte Ott. Es sei belebend und er könne wieder „mehr Pastor“ sein. Man dürfe jedoch keine Wunder erwarten, wohl aber solide Arbeit. 

Im Anschluss an den Gottesdienst wurde zu einer Teetafel eingeladen, bei der die Möglichkeit bestand, mit Roman Ott persönlich ins Gespräch zu kommen.

Ott wurde 1964 in Aurich geboren und ist in Leer aufgewachsen. Schon als Jugendlicher war er im Kindergottesdienst, bei Theater- und Jugendgruppen aktiv. Nach dem Abitur studierte er Theologie an der Kirchlichen Hochschule Bethel, sowie in Mainz und Bonn. Sein Vikariat absolvierte er in Georgsmarienhütte und übernahm direkt nach dem 2. Examen gemeinsam mit meiner Frau Heidrun für 18 Jahre die Pfarrstelle in der Melanchthon-Kirchengemeinde in Hagen am Teutoburger Wald.  

2011 folgte der Wechsel in die Andreas-Kirchengemeinde Plaggenburg, Gerne feiert er Gottesdienste in unterschiedlichen Formen (Tango-Gottesdienste) und an unterschiedlichen Orten. Nun freut er sich auf seine neue Tätigkeit im Kirchenkreis Norden.

Foto (v.l.n.r.)

Pastor Matthias Tolsdorf (Wittmund), Pastorin Heidrun Ott (Kirchenkreis Norden, Altenseelsorge), Herma Heyken (Kirchenkreisvorstand), Pastor Roman Ott, Superintendent Christian Neumann, Johanne Dannholz (Kirchenkreisvorstand), Pastor Klemens Niemann (Marienhafe)

Text und Bild: Herma Heyken

Facettenkreuz der Landeskirche Hannovers verliehen

Hohe Auszeichnung für Angelika Ruge

Norden. „Durch Menschen wie Sie wird Kirche zu einem liebenswerten Ort“, sagte am Mittwoch (22. Oktober 2025) Superintendent Christian Neumann anlässlich der Verleihung des silbernen Facettenkreuzes an Angelika Ruge. Die 85Jährige erhielt die höchste Auszeichnung der Landeskirche Hannovers, weil sie sich 30 Jahre als Kirchenvorsteherin ehrenamtlich für die Ludgeri-Kirchengemeinde an vorderster Front engagierte und noch immer in verschiedenen Bereichen aktiv ist. In dieser Zeit war sie auch über zwei Jahrzehnte Vorsitzende des Bauausschusses. „Ich hatte zu Beginn Muffensausen angesichts der riesigen Verantwortung“, bekannte Angelika Ruge freimütig in der kleinen Feierstunde im Sitzungszimmer der Ludgerikirche, an der auch ihr Mann Reinhard und Tochter Susanne sowie Pastorin Traute Meyer und Kirchenvorsteherin Herma Heyken teilnahmen. Wichtig waren ihr in der Erinnerung die Einrichtung des Jugendcafés, die Renovierung des Gemeindehauses, die Restaurierung der Kronleuchter und der Einbau der Bankheizung in der Kirche. Neumann hatte die Verleihung unter die Überschrift „Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt“ gestellt und damit aus Psalm 26 zitiert. „Sie haben Verantwortung übernommen und Ihr großes Wissen immer wohl dosiert geteilt“, lobte er die noch immer aktive Angelika Ruge. Für die Mitarbeit an der Festschrift „Zur Wiederherstellung der restaurierten Ludgerikirche“ stieg sie 1985 in die intensive Beschäftigung mit dem Pfarrarchiv ein, die seither nie aufhörte. Noch immer ist sie Mitglied der Gemeindebrief-Redaktion, wählt die Sprüche für den Ludgeri-Adventskalender aus und verteilt Gemeindebriefe. „Es hat mir immer Freude gemacht“, strahlte Ruge in der Feierstunde. 

 

Text und Bild: Herma Heyken

... im Kirchenkreis Norden.

Im Westen an der Leybucht liegen Westermarsch und Leybuchtpolder - erst in der Neuzeit dem Meer abgerungen, mit stattlichen Höfen auf fruchtbarem Boden.

Im Osten die alte "Herrlichkeit" Dornum mit ihren Schlössern - seit dem Mittelalter mit fürstlicher Tradition und im Bewußtsein ostfriesischer Freiheit.

Im Süden die ehemalige Moorsiedlung Berumerfehn - auch dieses Stück Land nach unendlich harten Jahren der Natur abgetrotzt, bis heute von pietistischer Frömmigkeit geprägt.

Im Südwesten schließt sich das Brookmerland an – seit 2013 die „neuen“ Gemeinden im Kirchenkreis Norden, selbstbewusst rund um den Störtebeker-Ort Marienhafe, mit eigenem Profil, alten Kirchen und neuen Gründungen.

Im Norden die drei Inseln Juist, Norderney und Baltrum - eine schöner als die andere, manchmal fast schon mondän, immer gastfrei und weltoffen. Ein Schwerpunkt im einzigen Kirchenkreis unsrer Landeskirche mit DREI Inseln: die "Kirche im Tourismus".


Und im Zentrum die älteste Stadt Ostfrieslands, das "grüne Tor zum Meer": Norden mit der Ludgeri-Kirche, der größten mittelalterlichen Kirche Ostfrieslands. Und weiteren jungen Stadtgemeinden: Kultur & Gemeindeaufbau.

Tradition & Gegenwart

Die Edo-Evers-Orgel der Warnfried-Kirche in Osteel ist eine der besterhaltenen Renaissanceorgeln Norddeutschlands überhaupt. 1619 wurde sie unter Verwendung älteren Pfeifenmaterials gebaut - und ist damit die älteste spielbare Orgel der Hannoverschen Landeskirche überhaupt. Wie gut sie klingt, war im Rahmen des 400-jährigen Jubiläums besonders zu genießen.

Weltberühmte Orgeln - Kulturerbe & klingendes Gotteslob

Die Arp-Schnitger-Orgel in der Norder Ludgerikirche stellt historisch wie musikalisch ein Kunstwerk von internationalem Rang dar. Sie wurde 1686–1688 erbaut, erweitert 1691/1692 und 1981-1985 von Jürgen Ahrend grundlegend restauriert. Das Instrument ist Schnitgers zweitgrößtes erhaltenes Werk in Deutschland und die größte Orgel in Ostfriesland.

Gerhard von Holy ist der berühmteste Schüler Arp Schnitgers. In den Jahren 1710-1713 erbaute er die Orgel der Marienkirche in Marienhafe - sie gilt heute als die am besten und vollständigsten erhaltene Barockorgel Ostfrieslands.

Auch die Orgel der St.-Bartholomäus-Kirche in Dornum wurde von Gerhard von Holy gebaut: 1710–1711 - eine der größten Dorforgeln im norddeutschen Raum, nach Norden (und Leer) die drittgrößte historische Orgel in Ostfriesland. Das prächtige Gehäuse mit dem reichen Schnitzwerk entspricht dem (durch Restauration 1997/98: Jürgen Ahrend, Leer-Loga) wieder hergestellten Klangreichtum. Die Orgel in Dornum gehört in Holys frühe Schaffensperiode, ist aber ein Meisterwerk auf höchstem handwerklichen und klangästhetischen Niveau.

Nicht "historisch", aber durch ihre romantische Disposition eine wunderbare Ergänzung der Orgellandschaft im Kirchenkreis Norden ist die erst 2008 eingeweihte, vom ostfrieisischen Orgelbaumeister Harm Kirschner (Weener) erbaute Orgel der Inselkirche Norderney. Auf Initiative des Norderneyer Kantors konnte das abgängige Instrument der Fa. Eule / Bautzen (Sachsen, 1970) binnen weniger Jahre durch eine beispiellose Spendenaktion ersetzt werden. Tradition und Innovation: ein Wohlklang!

Musikalische Vielfalt & lebendiger Glaube

Das "Klassische" Kirchenkreis-Kantorat sorgt für beeindruckende Oratorien-Aufführungen (Ludgerikantorei), pflegt den Schatz protestantischer Chormusik und vernetzt die zahlreichen Chöre verschiedener Gemeinden bei jährlichen "Singe-Gottesdiensten": Kirchenkreis-weit in wechselnden Gotteshäusern.

"Amazing Grace": Gospelchöre erreichen alle Generationen - in unserem Kirchenkreis durch die Ludgeri Gospel Singers, den Andreas-Gospelchor und die Norderneyer Starfish Singers, durch die Offenheit weiterer Chöre für neue Klänge, aber auch durch Workshops unsrer eigens dafür engagierten Kirchenkreis-Kantorin für Popularmusik.

Gitarren und Bands sprechen vor allem die Jüngeren an - in Ostfriesland und auch im Kirchenkreis Norden gibt es  schon "traditionell" starke Gitarrenchöre mit ausgezeichneter Nachwuchsarbeit (in sechs Gemeinden). Auch Bands (in - teils - weiteren sechs Gemeinden) bereichern das gottesdienstliche Leben. Neue Klänge, mitreißende Rhythmen ...

Kinder sind nicht erst unsre Zukunft - Kinder sind unsre Gegenwart! In Krabbelgruppen und Kindergottesdiensten, in Jungschargruppen und bei Kinderbibeltagen. Auch in unsren kirchlichen Krippen und 6 Kindertagesstätten in den Gemeinden des Kirchenkreises - angeschlossen dem Verband Ostfriesland-Nord, inspirierend für den Gemeindeaufbau vor Ort.

Jugendliche zu begeistern: eine große Herausforderung - unser Kreisjugenddienst geht sie mit viel Phantasie an! Für Hage und Großheide, Arle und Berumerfehn haben wir zusätzlich einen Regionaldiakon gewonnen. Übergreifende Jugendgottesdienste, das Kirchenkreis-Jugendparlament, große Freizeiten und lebendige Jugendkreise in 7 Gemeinden signalisieren den Aufbruch.

Männer kommen in der Kirche viel zu selten vor - in unserem Kirchenkreis gibt es eine erfreulich starke Männerarbeit! In 7 Gemeinden treffen sich Männer, zumeist der älteren Generation, zu allen Fragen der Zeit, die Männer besonders interessieren. Mehrtägige Fahrradtouren gehören dazu. Aber auch das gemeinsame Gebet und die jährliche Feier des EKD-weiten "Männersonntags".

Posaunenchöre sind ein starkes Stück Kirche - ein musikalischer Ausdruck des Glaubens vor Ort! In vielen unserer Gemeinden gibt es eine aktive Bläserarbeit. Das belebt Gottesdienste und Konzerte, Jubiläen und Gemeindetreffs. Gerne trifft man sich auch zu Kirchenkreis-weiten Proben. Und feiert miteinander den Kirchenkreis-Posaunen-Sonntag.