Gemeinde-Partnerschaft Tansania

25 Jahre Partnerschaft zwischen den Kirchengemeinden Marienhafe und Bombo

Familiäre Verbundenheit: Wie alles begann ...

Kurz zur Entstehung der Partnerschaft und warum ausgerechnet eine Partnerschaft mit einer Gemeinde in Tansania, dem früheren Deutsch-Ost-Afrika ausgewählt wurde?

  • 1894 wurde der Missionar Jakob Dannholz von der Leipziger Mission nach Tansania gesandt, um dort eine Missionsstation aufzubauen.
  • Er gründete 1904 die Missionsstation Bombo in den Pare Bergen im Osten von Tansania gelegen. 
  • Bei einer Reise auf den Spuren meines Großonkels im Jahr 2000 führte mich der Weg unter anderem nach Bombo. Dort wurde ich als Nachkomme von Jakob Dannholz unglaublich herzlich empfangen. Ich verbrachte eine Woche in der Gemeinde und am Ende meines Besuches wurde ich gebeten, eine Partnergemeinde in Deutschland zu suchen. Was lag da näher als in dem Geburtsort von Jakob Dannholz, der Kirchengemeinde Marienhafe, beim Kirchenvorstand vorstellig zu werden, um nachzufragen, ob Interesse an eine Partnerschaft zwischen den Gemeinden Marienhafe und Bombo besteht. 
  • Der Kirchenvorstand befürwortete nach ausführlicher Beratung die Gründung der Partnerschaft und am 03. Juni 2001 wurde sie in Anwesenheit der Partnerschaftsbeauftragten Christine Mtango offiziell geschlossen.

Was ist in 25 Jahren geschehen und wie ist der Blick heute auf diese Partnerschaft?

  • Bereits im Jahr nach der Gründung waren so viele Spenden eingegangen, dass mit dem Bau eines Kindergartens begonnen wurde. Die Einweihung des Kindergartens fand 3 Jahre später statt. 60 bis 70 Kinder kommen seitdem fast jeden Tag; teilweise von weit her. Im Kindergarten gibt es jeden Tag eine warme Mahlzeit. Das allein ist Grund genug für die Eltern, die Kinder in den Kindergarten zu schicken, denn oft gibt es nur eine warme Mahlzeit am Tag. Die Versorgung im Kindergarten wird von Beginn an von den Tansaniafreunden finanziert.
  • Die Gehälter für die Kindergärtnerinnen werden ebenfalls von Beginn an durch Spendengelder aus Marienhafe finanziert.
  • Ein altes Kochhaus, Aufenthaltsort für die Frauen, war längst baufällig. Ein Neubau wurde geplant und daran wird seit 2020 gearbeitet. Aber auch in Tansania sind die Baukosten inzwischen explodiert. So wird es noch eine Weile dauern bis der Neubau fertiggestellt ist.
  • Auch an dem Bau einer größeren Kirche wird tatkräftig in Eigenleistung gearbeitet. Und obwohl die Kirche erst zu ¾ fertiggestellt ist, werden dort schon Gottesdienste gefeiert.
  • Viele kleine und größere Projekte wurden in Angriff genommen. Nennen möchte ich die Fertigstellung einer Wasserleitung, der Bau des Pfarrhauses, Beschaffung von Instrumenten für den Posaunenchor und die Lieferung von zwei Container mit Hilfsgütern für das Krankenhaus und für die Gemeinde. 

Das Wichtigste sind Besuche!

  • Seit Beginn der Partnerschaft waren uns gegenseitige Besuche sehr wichtig. In der Regel wurden sie im jährlichen Wechsel durchgeführt. Corona stellte den Plan auf den Kopf und es waren keine Reisen möglich. 
  • Zu Beginn dieses Jahres stand für den Tansania-Freundeskreis fest, 25 Jahre Partnerschaft ist ein Grund zum Feiern und Gott zu danken. Die Planungen begannen und es wurden zwei Personen aus Bombo zum Jubiläum eingeladen. Die Flüge wurden gebucht, Anträge ordnungs-gemäß und fristgerecht gestellt und von unserer Seite lief alles nach Plan. 
  • Doch dann durchquerte die Deutsche Botschaft in Dar Es Salaam mit angeblich neuen Vorschriften unseren Plan. Flüge wurden gestrichen und storniert, Anträge mussten neu gestellt werden und letztendlich wurden die Visa nicht rechtzeitig ausgehändigt, Hin- und Rückflug wurden mit 100 % Stornogebühren belastet. 
  • Nach einigem Hin und Her fand sich ein Sponsor, es wurden neue Flüge gebucht und eine Woche später als geplant holten wir Dr. Mtango und Diakon Kilonzo in Hamburg am Flughafen ab. 
  • Auf Wunsch der Gäste fand eine Besichtigung des Krankenhauses in Emden statt. Für die Führung durch das Haus stand kurzfristig eine Mitarbeiterin zur Verfügung, die Suaheli sprach. Beide waren begeistert und überrascht zugleich. Für Dr. Ernest Mtango der selbst in Dar Es Salaam als Gynäkologe und Chirurg im Krankenhaus tätig ist, war die Führung durch das Krankenhaus wohl eines der größten Erfahrungen, die er mit nach Hause nahm. 
  • Das Hospiz am Meer war für die wissbegierigen Gäste ebenfalls interessant. Solche Einrichtungen die stationäre Betreuung für Erkrankte und ihre Angehörige anbieten und sowohl palliative Pflege als auch psychosoziale Begleitung anbieten, gibt es in Tansania nicht. 
  • In der IGS Moorhusen erlebten wir in einer Schulstunde den Schulalltag mit vier ausgebildete Schulhunde. Die Hunde tragen mit ihrer ruhigen und freundlichen Art zur positiven Lernatmosphäre bei. Diese Art Unterricht zu gestalten war für unsere Gäste äußerst interessant und neu. 
  • Die Eindrücke die aus dem Kindergarten, bei der Besichtigung eines landwirtschaftlichen Betriebes und beim Rundgang über den Wochenmarkt mitgenommen wurden waren bemerkenswert.  
  • Neben den informativen und schönen Erlebnissen sind die persönlichen Begegnungen immer das Wichtigste einer Partnerschaftsreise. Es war Zeit, um Freunde zu besuchen, Begegnungen in den Gruppen der Kirchengemeinde standen auf dem Plan. 
  • Im Tansaniakreis stand die weitere Zusammenarbeit auf der Agenda. 
  • Gemeinsam feierten wir einen sehr beeindruckenden Jubiläums-Gottesdienst mit tansanischen Elementen. Der zweistimmige Gesang der Gäste klang wie ein großer Chor. 

Wie geht es weiter in der Partnerschaft

  • Tansania galt lange als „Insel der Stabilität“. Seit 2021 findet eine politische autoritäre Wendung statt. Nach dem Tod von Präsident Magufuli übernahm Präsidentin Samia Suluhu Hassan das Amt als Präsidentin.  Nach dem Wahlbetrug und blutiger Gewalt im Oktober 2025 zerbrach das positive Bild des ostafrikanischen Staates. Im Juni dieses Jahres hatte eine Experten-Kommission der Vereinten Nationen das Vorgehen der Regierung als „inakzeptabel“ kritisiert.

Von der EU-Kommission wurden Entwicklungsgelder in Höhe von 150 Millionen Euro eingefroren. 

  • Unsere Gäste sprachen von Angst um die Zukunft ihres Landes, Angst um ihre Existenz und Angst ums Überleben.
  • Inwieweit die Partnerschaft von der politischen Situation betroffen ist, bleibt abzuwarten. 
  • Die Tansaniafreunde haben mit den Vertretern aus Bombo entschieden für die Kindergartenkinder weiterhin die Bezahlung von Lebensmitteln sowie das Gehalt für die Kindergärtnerinnen zu übernehmen.
  • Und am bereits begonnenen Bau des Kochhauses soll ebenfalls weitergearbeitet werden. 
  • Wir können nur hoffen und beten, dass die Partnerschaftsarbeit und die gegenseitigen Besuche weiterhin möglich sind und sie die Arbeit der Tansaniafreunde noch lange unterstützen. 

Dazu möge Gott seinen Segen geben!

Johanne Dannholz, August 2026

Phantasievoll: So geht´s mit den Spenden

Der Freundeskreis generiert erstaunlich hohe Gelder durch diverse Einsätze - Jahr für Jahr:

  • Beim Straßenfest in Marienhafe kommen durch die vom Freundeskreis veranstaltete Tombola („jedes Los gewinnt!“) hohe Summen herein.
  • Durch persönliche Verbindungen aus dem Freundeskreis ist die Gruppe steter Gast beim Tag der offenen Tür auf dem Gelände der Norder Firma Siebels Baustoffcenter GmbH & Co. KG. Bis zu 40 selbstgebackene Kuchen werden mitgebracht, dazu auch Kaffee verkauft. Das zusätzliche Würstchengrillen „übernehmen die Männer“. Nicht unwesentlich für die stolzen Einnahmen von 2.500 bis 3.000 € dürfte es sein, dass der Firmeninhaber das Grillgut spendet und überhaupt „alles aufrundet“.
  • Dritter Einsatzort ist der Weihnachtsmarkt in Verbindung mit der Interessengemeinschaft Marienhafe: Hier verkauft der Tansania-Kreis teils selbstgebastelten Schmuck und bis zu 2.000 selbstgebackene „Neujahrskuchen“. Der Erlös fließt in den Gesamtgewinn aller Stände ein und wird dann – proportional nach der jeweiligen stundenweisen Anwesenheit der einzelnen Gruppen – am Ende ausgeschüttet.
  • Weitere Einnahmequellen sind das Kirchencafé im Anschluss an die Gottesdienste oder auch Vortragsabende im Nachgang zu den Besuchsreisen.
  • Während der Advents- bzw. Weihnachtszeit werden Spendendosen in den Marienhafer Geschäften aufgestellt.
  • Und nicht zuletzt sind es Spendenbriefaktionen, mit denen Johanne Dannholz Sympathisanten gewinnt.