Am vergangenen Donnerstag tagte die Synode des Kirchenkreises Norden im Gemeindehaus in Berumerfehn. Für die 65 Delegierten aus den Kirchengemeinden und Einrichtungen standen unterschiedliche Themen auf der Tagesordnung: Das weitere Vorgehen im Gebäudemanagement, die Vorstellung der Arbeitsbereiche und Zukunftsperspektiven des Diakonischen Werkes, die Prävention sexualisierter Gewalt wurde weiterentwickelt und der nächste Planungszeitraum 2029-2035 erstmals in den Blick genommen.
Nach einer Begrüßung durch den Synodenvorsitzenden, Theo Weber, hielt Pastor Simon Schupetta eine Andacht. Im Anschluss daran erfolgte der Bericht des Diakonisches Werkes. Geschäftsführerin Christina Hoyer-Saad stellte die verschiedenen Arbeitsbereiche vor, die der Beratung und Unterstützung von Menschen in sozialen Notlagen und in seelischen Krisen dienen. Im Jahr 2024 hatten 300 Personen die Schuldner- und Insolvenzberatung in Anspruch genommen, ebenso viele hatten die Psychologische Beratungsstelle aufgesucht. Zum Tagesaufenthalt an der Norddeicher Straße waren 700 Menschen gekommen. Die Norder Tafel, in welcher derzeit 40 Ehrenamtliche tätig sind, zählte 300 Kunden. Das Diakonische Werk sieht sich durch die steigende Nachfrage nach sozialen Dienstleistungen, den Fachkräftemangel und die Verknappung von Finanzierungen und Fördermitteln sowie den gesellschaftlichen und sozialen Wandel vor große Herausforderungen gestellt. Dem möchte man unter anderem mit einer stärkeren Vernetzung mit lokalen Akteuren begegnen. Für September ist ein „Monat der Diakonie“ geplant.
Es folgten die Kurz-Berichte aus den Synodenausschüssen, die sich konstituiert und die erste inhaltliche Arbeit aufgenommen haben: der Diakonie-Ausschuss, der Eine-Welt-Ausschuss, der Finanzausschuss, der Ausschuss für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, der Ausschuss für Gemeindeaufbau und Mission, der Ausschuss für Kinder, Jugend und Bildung, der Musik-Ausschuss und der Stellenplanungsausschuss wurden jeweils von den Vorsitzenden thematisiert. Superintendent Christian Neumann bedankte sich bei allen in den Ausschüssen Tätigen für ihre wichtige und wertvolle Arbeit. Daran anschließend stellte er die neu gewählte Mitarbeitervertretung des Kirchenkreises vor. Dazu gehören Sandra Thies (Kreisjugendwartin), Jens Lerch (Küster in der Ludgeri-Gemeinde) und Edeltraut Erhardt (Schuldnerberaterin im Diakonischen Werk).
Karin Rosenberg-Zimmermann informierte die Synodenmitglieder über die Arbeit zur Prävention sexualisierter Gewalt. Aktuell haben bereits 250 Personen aus dem Kirchenkreis an einer Grundschulung teilgenommen. Ziel der Schulungen sei, die Sensibilisierung für das Thema Nähe-Distanz und Übergriffigkeit zu erhöhen und deutlich zu machen, an wen man sich gegebenenfalls wenden kann und muss. Darüber hinaus seien die Schulungen ein Qualitätsmerkmal der kirchlichen Arbeit. Derzeit werden zwei weitere Multiplikatorinnen ausgebildet, sodass neue Schulungstermine in Kürze angeboten werden können. Darüber hinaus hat das Interventionsteam seine Arbeit aufgenommen.
In einem weiteren Punkt wurde ein Vorschlag des Kirchenkreisvorstandes zum weiteren Vorgehen im aktuellen und nächsten Planungszeitraum diskutiert. Die Landessynode hatte im Mai dieses Jahres die Finanzvorgaben bis 2035 beschlossen. Darin ist eine durchschnittliche Kürzung von minus 30% vorgesehen. Vom Kirchenkreisvorstand wurde vorgeschlagen, der Finanz-Ausschuss möge bereits in diesem Jahr die landeskirchlichen Vorgaben in den Finanz-Plan des Kirchenkreises einpflegen und die konzeptionelle Arbeit aufnehmen. Ebenso möge der Stellenplanungsausschuss bereits in diesem Jahr die konzeptionelle Arbeit aufnehmen. Die Kirchenkreis-Ausschüsse werden beauftragt, spätestens ab Januar 2026 mit der inhaltlichen Konzeption ihres Handlungsfeldes zu beginnen. Die Kirchenkreissynode setzte eine Lenkungsgruppe ein, die darauf hinwirken soll, dass der Synode bis im Frühjahr 2027 eine Gesamtplanung in 2. Lesung zur Beschlussfassung vorgelegt werden kann. Superintendent Neumann erläuterte, dass eine Reduktion der finanziellen Mittel um 30% einen erheblichen Einschnitt bedeuten werde, der
nicht durch Optimierungsmaßnahmen aufgefangen werden könne. „Es wird Bereiche geben, die nicht fortgeführt werden können, andere aber sollten wir womöglich stärken.“ In der sich anschließenden regen Diskussion wurden die Herausforderungen der Zukunft deutlich und ebenso die unterschiedlichen Herangehensweisen und Perspektiven.
Das Thema Gebäudebedarfsplanung sorgte für weitere Diskussion. Es wurde ein vom Ausschuss für Immobilien und Klimaschutz überarbeiteter Kriterienkatalog vorgestellt. Dieser beinhaltet sowohl bautechnische Daten wie energetischer Zustand oder abzusehender Investitionsbedarf als auch gemeindliche Aspekte wie Nutzung durch Gruppen oder die Vitalität der Gemeinde. Bis zur nächsten Synode sollen die genannten Kriterien in den Regionen noch einmal überprüft werden. Darüber hinaus wird die Steuerungsgruppe alle Gemeinden bereisen, um sich deren Gebäude vor Ort anzuschauen.
Über die Wahl zur 27. Landessynode, die am 24. September 2025 online stattfinden wird, informierte Thorsten Fritz. Wiebke Zimmermann (Foto) aus Hage kandidiert für den Sprengel Ostfriesland-Ems. Die 25jährige überaus engagierte Frau, die zurzeit in Braunschweig Umweltingenieurwesen studiert, stellte sich der Synode in einer selbstbewussten und schwungvollen Rede vor. Seit vielen Jahren ist sie in der Evangelischen Jugend und in der Landesjugendkammer aktiv und hat dabei reichlich Erfahrungen und Kenntnisse erworben, die sie in die Landessynode einbringen möchte.
Gegen Ende der vierstündigen Sitzung berichtete Superintendent Neumann über das neue Ehrenamtsgesetz der Landeskirche und die „Kirchenpost“, die am 1. Juli startet. Ziel ist ein jährlicher Kontakt zu allen Mitgliedern mit einem positivem Angebot. Die Landessynode hat einen Zukunftsprozess mit dem Schwerpunkt „Anfänge im Glauben“ auf den Weg gebracht. Darüber wird ein Referent auf der nächsten Kirchenkreissynode am 16. September in Arle berichten.
Der Kirchenkreis Norden feiert in diesem Jahr sein 100jähriges Jubiläum. Dazu wird am 28. September. ab 11 Uhr ein Festtag in und um die Ludgeri-Kirche stattfinden. Darüber hinaus gibt es weitere dezentrale Termine zum Thema „Gemeinsam auf dem Weg des Glaubens“.